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Wer im Glashaus sitzt…

von Christian Holst. Durchschnittliche Lesezeit: weniger als eine Minute.

Eins gibt es doch noch zu sagen. Es war schon an und für sich peinlich genug, dass Kerner sich im Gespräch mit Eva Herman nicht entblödete, ihr vorzuhalten, sie habe mit dem Ausdruck »gleichgeschaltete Presse« nationalsozialistisch kontaminiertes Vokabular benutzt. Noch nicht einmal »Autobahn« durfte sie mehr sagen (»Autobahn geht nicht!«).

Kerners Selbstgerechtigkeit wird noch mit einem Schuss Verlogenheit angereichert, wenn man sich daran erinnert, dass er als Testimonial für die unselige »Du bist Deutschland«-Kampagne fungierte, in dem eitlen Glauben, dem darniederliegenden Deutschland damit einen Gefallen zu tun. Zu dumm nur, dass der Slogan, den er da unterstützte, keine Erfindung von kempertrautmann oder Jung von Matt war, die die Kampagne gemacht haben, sondern von Nazi-Propagandisten.

Welch schöne Ironie es doch wäre, wenn Eva Herman demnächst wieder im NDR moderieren dürfte (das Verfahren läuft ja), Kerner als Gast einladen und ihm gnädigst die Gelegenheit geben würde, dieses höchst missverständliche und unglückliche Engagement für die deutsche Sache aufzuklären.

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