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	<title>Kommentare zu: Im Interview beim Kulturmarketingblog</title>
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	<description>Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit. - Karl Valentin</description>
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		<title>Von: CH</title>
		<link>http://kulturblog.net/2008/09/11/im-interview-beim-kulturmarketingblog/comment-page-1/#comment-283</link>
		<dc:creator>CH</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Sep 2008 09:59:27 +0000</pubDate>
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		<description>Zu a) »Wenn es Kunst ist, kann es nicht für alle sein und wenn es für alle ist, kann es keine Kunst sein.«
Zu b) Ich glaube nicht, dass Publikumsorientierung bei Kultur das zentrale Qualitätskriterium ist. Zu allererst muss die Authentizität, die spezifische Aussage gegeben sein. Genau in diesem Punkt funktioniert der »Kulturmarkt« anders als herkömmliche Märkte. Die Aufgabe des Kulturmarketing sehe ich darin, für die Authentizität, den besonderen Charakter von Kunst zu sensibilisieren.
Zu c) Vielleicht ist es klarer mit dem Schoenberg-Zitat und der Antwort zu b)? Mir geht es bei dem Begriff Elite in diesem Zusammenhang um die Kennerschaft, über die man verfügen muss, um Kunst würdigen und genießen zu können. Es ist z.B. ein weit verbreiteter Irrglaube, Musik sei eine universelle, kultur- und grenzüberschreitende Kommunikationsform, die nicht das Trennende der Sprachen hat. Das stimmt aber nicht. Man muss es lernen, etwas mit der H-Moll-Messe anfangen zu können. Für Unbedarfte ist es zwei Stunden bleierne Langeweile. &lt;a href=&quot;http://kulturblog.net/2008/08/28/das-rauschen-wird-lauter/&quot; &gt;Kommunikationstheoretisch&lt;/a&gt; könnte man auch sagen: Man muss lernen, die gesendeten Botschaften zu entschlüsseln, sonst nimmt man nur Rauschen wahr. Bei Kunst sind die gesendeten Botschaften häufig besonders komplex, deswegen ist der Kreis derjenigen, der sie nicht als Rauschen wahrnimmt, relativ klein und damit elitär. Aufgabe des Kulturmarketings ist es in meinen Augen, diesen Kreis zu vergrößern.
Zu d) Mir ging es um eine Öffnung hin zur Web 2.0-Philosophie; dass nicht mehr einer die Botschaft sendet und andere sie empfangen, sondern, dass alle zugleich Sender und Empfänger sind. Worauf das für die Kunst genau hinausläuft, wie das aussehen wird, ist dann eine andere Frage, die mich momentan zwar beschäftigt, die ich aber (noch) nicht beantworten kann. Ich könnte mir aber vorstellen, dass Kunst dadurch auch publikumsorientierter werden könnte.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Zu a) »Wenn es Kunst ist, kann es nicht für alle sein und wenn es für alle ist, kann es keine Kunst sein.«<br />
Zu b) Ich glaube nicht, dass Publikumsorientierung bei Kultur das zentrale Qualitätskriterium ist. Zu allererst muss die Authentizität, die spezifische Aussage gegeben sein. Genau in diesem Punkt funktioniert der »Kulturmarkt« anders als herkömmliche Märkte. Die Aufgabe des Kulturmarketing sehe ich darin, für die Authentizität, den besonderen Charakter von Kunst zu sensibilisieren.<br />
Zu c) Vielleicht ist es klarer mit dem Schoenberg-Zitat und der Antwort zu b)? Mir geht es bei dem Begriff Elite in diesem Zusammenhang um die Kennerschaft, über die man verfügen muss, um Kunst würdigen und genießen zu können. Es ist z.B. ein weit verbreiteter Irrglaube, Musik sei eine universelle, kultur- und grenzüberschreitende Kommunikationsform, die nicht das Trennende der Sprachen hat. Das stimmt aber nicht. Man muss es lernen, etwas mit der H-Moll-Messe anfangen zu können. Für Unbedarfte ist es zwei Stunden bleierne Langeweile. <a href="http://kulturblog.net/2008/08/28/das-rauschen-wird-lauter/" >Kommunikationstheoretisch</a> könnte man auch sagen: Man muss lernen, die gesendeten Botschaften zu entschlüsseln, sonst nimmt man nur Rauschen wahr. Bei Kunst sind die gesendeten Botschaften häufig besonders komplex, deswegen ist der Kreis derjenigen, der sie nicht als Rauschen wahrnimmt, relativ klein und damit elitär. Aufgabe des Kulturmarketings ist es in meinen Augen, diesen Kreis zu vergrößern.<br />
Zu d) Mir ging es um eine Öffnung hin zur Web 2.0-Philosophie; dass nicht mehr einer die Botschaft sendet und andere sie empfangen, sondern, dass alle zugleich Sender und Empfänger sind. Worauf das für die Kunst genau hinausläuft, wie das aussehen wird, ist dann eine andere Frage, die mich momentan zwar beschäftigt, die ich aber (noch) nicht beantworten kann. Ich könnte mir aber vorstellen, dass Kunst dadurch auch publikumsorientierter werden könnte.</p>
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		<title>Von: Joern</title>
		<link>http://kulturblog.net/2008/09/11/im-interview-beim-kulturmarketingblog/comment-page-1/#comment-282</link>
		<dc:creator>Joern</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Sep 2008 22:38:19 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://kulturblog.net/?p=170#comment-282</guid>
		<description>a) Was ist das Schönberg-Zitat?
b) Wenn das Produkt (Ausstellung/Aufführung) schlecht ist, d.h. nicht publikumsorientiert, dann laufen alle Marketingmaßnahmen langfristig und zwangsläufig vor die Wand.
c) das Wort &quot;Kompromisse&quot; verstehe ich in obigem Kontext nicht. Welche Kompromisse? Bislang muss der Besucher den Kompromiss machen, dass er sich in der Oper ein langweiliges, den Ohren wehtuendes Werk ansehen und anhören muss, um für ein paar Stunden sich so fühlen zu dürfen, als ob er zur Spitze der Gesellschaft gehörte.Wer gehört überhaupt zur Elite? Der, der am besten das Finanzamt betrügt oder der, der der Gesellschaft den größten Nutzen bringt? Da geht momentan wohl was durcheinander. 
d) Ja es muss eine Öffnung stattfinden. Eine Öffnung der Köpfe und der Herzen! Sicher. Du musst den letzten Satz etwas konkretisieren, damit ich ihn verstehen kann.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>a) Was ist das Schönberg-Zitat?<br />
b) Wenn das Produkt (Ausstellung/Aufführung) schlecht ist, d.h. nicht publikumsorientiert, dann laufen alle Marketingmaßnahmen langfristig und zwangsläufig vor die Wand.<br />
c) das Wort &#8220;Kompromisse&#8221; verstehe ich in obigem Kontext nicht. Welche Kompromisse? Bislang muss der Besucher den Kompromiss machen, dass er sich in der Oper ein langweiliges, den Ohren wehtuendes Werk ansehen und anhören muss, um für ein paar Stunden sich so fühlen zu dürfen, als ob er zur Spitze der Gesellschaft gehörte.Wer gehört überhaupt zur Elite? Der, der am besten das Finanzamt betrügt oder der, der der Gesellschaft den größten Nutzen bringt? Da geht momentan wohl was durcheinander.<br />
d) Ja es muss eine Öffnung stattfinden. Eine Öffnung der Köpfe und der Herzen! Sicher. Du musst den letzten Satz etwas konkretisieren, damit ich ihn verstehen kann.</p>
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		<title>Von: CH</title>
		<link>http://kulturblog.net/2008/09/11/im-interview-beim-kulturmarketingblog/comment-page-1/#comment-281</link>
		<dc:creator>CH</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Sep 2008 16:30:25 +0000</pubDate>
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		<description>Aber indem man seinen sozialen Status beweist, bildet man doch schon einen elitären Zirkel. Als Musik-, Kunst- oder Theaterfreund beweist man Kultiviertheit, Geschmack etc.

Ich denke, eine spezifische Herausforderung für das Kulturmarketing ist es, einem gegebenen »Produkt«, das nicht auf Basis von Marktforschung und -chancen entwickelt wurde, eine möglichst große Aufmerksamkeit zu verschaffen. Bestenfalls kann man so schon neue Besucher gewinnen, ohne inhaltlich Kompromisse (s. Schönberg-Zitat) machen zu müssen.

Aber das Web 2.0 stellt meines Erachtens die Frage, ob diese kompromisslose Haltung eigentlich für unsere Zeit noch angemessen ist und ob nicht eine Öffnung stattfinden muss.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Aber indem man seinen sozialen Status beweist, bildet man doch schon einen elitären Zirkel. Als Musik-, Kunst- oder Theaterfreund beweist man Kultiviertheit, Geschmack etc.</p>
<p>Ich denke, eine spezifische Herausforderung für das Kulturmarketing ist es, einem gegebenen »Produkt«, das nicht auf Basis von Marktforschung und -chancen entwickelt wurde, eine möglichst große Aufmerksamkeit zu verschaffen. Bestenfalls kann man so schon neue Besucher gewinnen, ohne inhaltlich Kompromisse (s. Schönberg-Zitat) machen zu müssen.</p>
<p>Aber das Web 2.0 stellt meines Erachtens die Frage, ob diese kompromisslose Haltung eigentlich für unsere Zeit noch angemessen ist und ob nicht eine Öffnung stattfinden muss.</p>
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		<title>Von: Joern</title>
		<link>http://kulturblog.net/2008/09/11/im-interview-beim-kulturmarketingblog/comment-page-1/#comment-280</link>
		<dc:creator>Joern</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Sep 2008 10:32:41 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://kulturblog.net/?p=170#comment-280</guid>
		<description>&quot;Trotzdem interessiert sich nur eine Elite dafür. Dass diese Elite jedoch möglichst groß ist, ist Ziel und Aufgabe des Kulturmarketing und betrifft dessen Verhältnis zum Publikum.&quot;


Schluck. Gehöre ich schon zur Elite, wenn ich in die Oper oder ins Theater gehe? So meinst Du das doch nicht, oder?

Kulturmarketing setzt voraus, dass überhaupt ein ernsthaftes Interesse an der Vermarktung besteht. Da bin ich mir nicht immer sicher, ob man das immer als gegeben annehmen kann. Tut man nicht oft nur so als ob? Wollte man tatsächlich mehr Besucher gewinnen, müssten zunächst die Programme der Häuser ganz anders aussehen. Weniger elitär... ;-) Und wenn das dann so ist, dann kann man da auch etwas vermarkten und versuchen neue Kundenkreise zu gewinnen. Ich fürchte nur, dass man sich damit auch gleichzeitig die alten vergrault. Oper- und Theaterbesuche dienen nicht zuletzt auch der sozialen Distinktion. Man will damit seinen sozialen Status beweisen. Wie früher mit der Angehörigkeit zu einem Tennisclub. Nachdem diese sich etwas öffneten, sank ihre Bedeutung stark. Heute geht man in den Golfclub, wenn man meint, man wäre wichtig. Verstehst Du, was ich meine?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Trotzdem interessiert sich nur eine Elite dafür. Dass diese Elite jedoch möglichst groß ist, ist Ziel und Aufgabe des Kulturmarketing und betrifft dessen Verhältnis zum Publikum.&#8221;</p>
<p>Schluck. Gehöre ich schon zur Elite, wenn ich in die Oper oder ins Theater gehe? So meinst Du das doch nicht, oder?</p>
<p>Kulturmarketing setzt voraus, dass überhaupt ein ernsthaftes Interesse an der Vermarktung besteht. Da bin ich mir nicht immer sicher, ob man das immer als gegeben annehmen kann. Tut man nicht oft nur so als ob? Wollte man tatsächlich mehr Besucher gewinnen, müssten zunächst die Programme der Häuser ganz anders aussehen. Weniger elitär&#8230; <img src='http://kulturblog.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  Und wenn das dann so ist, dann kann man da auch etwas vermarkten und versuchen neue Kundenkreise zu gewinnen. Ich fürchte nur, dass man sich damit auch gleichzeitig die alten vergrault. Oper- und Theaterbesuche dienen nicht zuletzt auch der sozialen Distinktion. Man will damit seinen sozialen Status beweisen. Wie früher mit der Angehörigkeit zu einem Tennisclub. Nachdem diese sich etwas öffneten, sank ihre Bedeutung stark. Heute geht man in den Golfclub, wenn man meint, man wäre wichtig. Verstehst Du, was ich meine?</p>
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