Ästhetische Spekulationsblase

Das Entwickeln von Vision und Mission gehören zu den Basics von Leadership – auch im Kulturmanagement. Die Vision beschreibt einen für die Zukunft erwünschten Zustand eines Teams oder einer Organisation. Und zwar am besten in der Art und Weise, dass allen Beteiligten deutlich wird, warum es sich lohnt, Lebenszeit in die Verwirklichung dieser Vision zu investieren, d.h. durch unbescheidene Sinnüberhöhung des gesamten Vorhabens. Wer wäre nicht gerne dabei, wenn etwas Großes entsteht? Ein Paradebeispiel, wie visionäre Sinnüberhöhung erstaunliche Leistungen ermöglicht, ist Richard Wagners mit Hilfe vieler glühender Verehrer zustande gebrachtes Lebenswerk. Unter der Vereinigung aller Künste in einer Gattung, Festspielen allein für seine Werke und einer quasi-religiösen Aufwertung der Kunst ging es bei ihm nicht.

Obwohl ich Wagner bekanntermaßen durchaus schätze, frage ich mich, ob das Prinzip Sinnüberhöhung, so effektiv es sein mag, ein legitimes Managementmittel sein kann (nicht nur im Kulturbereich). Führt es nicht viel mehr früher oder später in eine Art ästhetischer Entsprechung zur Finanzkrise? Einer riesigen, spekulativen Blase ästhetischer Versprechungen, die durch die realen Werte nicht mehr gedeckt werden kann und damit früher oder später platzen muss? Noch mehr Festtage, Museen, Ausstellungen, neue Spielstätten etc., die ambitionierte Intendanten und Direktoren mit noch weniger Ressourcen auf die Beine stellen, weil sie nur so an den nächstwichtigeren Posten kommen. Auch dieses Anreizsystem ist fragwürdig.

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Rest in peace, Adorno

In diesem Clip offenbart die Dialektik der Aufklärung ihre tragische Seite, denn Adornos Analyse bewahrheitet sich an ihrem Verfasser selbst: Die totalitäre Kulturindustrie (hier in Schlumpfform) eliminiert alles Abseitige. ;-)

Dank an Frank für den Link!

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30% Apple-süchtig

30%How Addicted to Apple Are You?

via schlaflosinmuenchen

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Schlau genug?

Über schlaflosinmuenchen bin ich auf eine Seite aufmerksam geworden, auf der man testen kann, welches Maß an Bildung erforderlich ist, damit man ein Blog mit Gewinn lesen kann. Links das Ergebnis für dieses Blog.

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Fehlbare werden verzeigt

Am vergangenen Wochenende habe ich eine Weiterbildung gemacht, bei der es u.a. um Internationales Management ging. Dabei wurde auch besprochen, dass man die Unterschiede zwischen Ländern aus dem gleichen Kulturkreis leicht mal unterschätzt. Dass es in China oder Indien völlig anders zugeht als in Deutschland ist keine Frage und keine Überraschung. Mancher Unterschied zwischen Nachbarländern wie Schweiz und Deutschland dagegen schon, zumal wenn man der irrigen Meinung aufsitzt, hier werde die gleiche Sprache gesprochen. Passenderweise stach mir auf dem Pausenspaziergang, auf dem ich mir diese Erkenntnis noch einmal durch den Kopf gehen ließ, dieser Warnhinweis ins Auge: Warnschild

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Zeit der Hitparaden

Februar und März sind die Zeit der Hitlisten des vergangenen Jahres. Bill Gates ist nur noch der drittreichste Mann der Welt, war gerade zu erfahren, die bestbesuchte Ausstellung 07 war The Mind of Leonardo in Tokyo und es wurden die zehn innovativsten Produkte des vergangenen Jahres ermittelt. Auf Platz 1 Apples iPhone. Dabei kann das iPhone kommunikationstechnisch gesehen kaum mehr als mein zwei Jahre altes Sony Ericsson K750i. Freenet meint deswegen:

Appelaus

Aber was soll’s, wenn Dieter Bohlen es in Deutschland auf 14 Nummer-1-Hits gebracht hat?

Nachtrag 7.3.08: Ein Bild des Jahres wurde übrigens auch gerade gewählt. In diesem Fall eine verdiente Nummer 1.

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Think Big

In der ZDF-Mediathek gibt es einen sehr interessanten Film von Claus Kleber über Das andere Amerika. Damit ist Kalifornien gemeint, achtgrößte Wirtschaftsmacht der Welt und so etwas wie das globale Innovationslabor, in dem lauter besessene Daniel Düsentriebs an ihren verschrobenen Ideen basteln. Dass es so anders als das normale Amerika nicht ist, zeigt sich, wenn man die Leute reden hört: sendungsbewusst bis zur Hybris, voller pathetischem Eifer und dabei gänzlich unironisch. Mehr als einmal habe ich vergebens auf eine mimische Regung gewartet, die das Gesagte als zumindest nicht völlig ernst gemeint entlarven würde. Aber offensichtlich glauben auch die superintelligentesten Mitarbeiter tatsächlich an ein quasi-religiöses Heilsversprechen des Google-Angebotes: Freiheit durch Wissen. Was man aber wirklich lernen kann ist, dass das Prinzip »Think big« und die Prämisse »impossible is nothing« entscheidende Erfolgsfaktoren sind.

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Ick bin ein Berliner Philharmoniker!

Einmal Solo-Cellist der Berliner Philharmoniker sein? Das Web macht es möglich. In einem kleinen Online-Spiel kann man den Schwan aus Saint Saëns Karneval der Tiere spielen. Je geschickter man den Bogen führt, umso besser klingt es. Zum Glück muss man nicht auch noch greifen.

Ich habe 3622 Punkte erreicht und folgendes schmeichelndes Urteil zu meinem Spiel erhalten:

Bravo. Bellisimo. Genieße den Applaus. So schnell kann es im Internet gehen: Gestern musstest Du noch Aliens durchs interplanetare Vakuum jagen. Und schon heute kannst Du Dich als gefeierter Kulturträger zu Ruhe setzen. Es sei denn, Du suchst nach Perfektion. Dann probiers noch mal.

Ich bin eben doch ein guter Cellist, nur nicht im echten Leben.

Gefunden beim Kulturmanagement-Blog.

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