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	<title>kulturblog.net &#187; Kulturarbeit</title>
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	<description>Das Leben ist gut, soweit es der Kunst standhält. - Robert Musil</description>
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		<title>3. Forum Kulturvermittlung in Basel</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 10:26:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
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		<description><![CDATA[»Rettet Kulturvermittlung die (Kultur-)Welt?« &#8211; So lautete der Titel des dritten von insgesamt vier Foren zur Kulturvermittlung, die von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia veranstaltet werden. Die Titelfrage war zwar offenkundig rhetorisch gemeint, aber sie hatte Interesse geweckt: das Literaturhaus Basel war bis auf den letzten Platz besetzt. Eva Sturm, Professorin für Kunstvermittlung an der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>»Rettet Kulturvermittlung die (Kultur-)Welt?« &#8211; So lautete der Titel des dritten von insgesamt vier Foren zur Kulturvermittlung, die von der Schweizer Kulturstiftung <a href="http://www.prohelvetia.ch/" title="Kulturstiftung Pro Helvetia">Pro Helvetia</a> veranstaltet werden. Die Titelfrage war zwar offenkundig rhetorisch gemeint, aber sie hatte Interesse geweckt: das Literaturhaus Basel war bis auf den letzten Platz besetzt.</p>
<p><a href="http://www.kunst.uni-oldenburg.de/39104.html" title="Prof. Dr. Eva Sturm">Eva Sturm</a>, Professorin für Kunstvermittlung an der Uni Oldenburg, eröffnete den inhaltlichen Teil der Veranstaltung und überlegte, wie Kunstvermittlung ihren Auftrag zwischen Erfüllung und Störung wahrnehmen könne. Einerseits ist es Aufgabe der Kulturvermittler, die kuratorische Arbeit des Museums zu erklären &#8211; affirmative Vermittlung, wird das dann genannt. Andererseits haben sich in den letzten Jahrzehnten aber auch subversivere Formen der Vermittlung herausgebildet. Sturm berichtete hierzu vom StörDienst am Wiener Museum für moderne Kunst, der Kindern Kunst mit anarchischen Methoden nahebringen wollte. Ein anderes Beispiel sind die Gallery Talks von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Andrea_Fraser" title="Andrea Fraser">Andrea Fraser</a>, in denen die Funktionsweise des Museums kritisch thematisiert, sprich dekonstruiert wurde. In diesem Sinne ist es Aufgabe der Kulturvermittlung, neue Denkräume und alternative Sichtweisen zu öffnen. Dies sei insbesondere durch einen »Trickster« möglich, der ein irritierendes, vernebelndes Moment in die Auseinandersetzung mit Kunst hineinbringe und so einen neuen Bewusstseinsschritt auslösen könne.<span id="more-1383"></span> Als Beispiel führte Sturm die von Marcel Duchamps um Schnurrbart und zweideutigen Untertitel bereicherte <a href="http://www.marcelduchamp.net/L.H.O.O.Q.php" title="Marcel Duchamps Mona Lisa">Mona Lisa</a> an. Hier kam der durchaus einleuchtende Einwand aus dem Publikum, dass in der Irritation und der Eröffnung neuer Denkräume ja auch die Aufgabe der Kunst selbst gesehen werde, folglich die Kulturvermittlung mit diesem Verständnis selbst zur Kunst werde und damit möglicherweise wiederum eigener Vermittlung bedürfe. Nicht gerade verwunderlich aber von der Referentin durchaus beabsichtigt, dass sich in der Diskussion eine gewisse Ratlosigkeit unter den Zuhörern breit machte. </p>
<p>Einen in manchen Aspekten entgegengesetzten Standpunkt vertrat <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mark_Terkessidis" title="Mark Terkessidis">Mark Terkessidis</a> in seinem mitunter etwas überpointierten, aber immer interessanten Vortrag »Wer vermittelt eigentlich was an wen?«. Terkessidis kam wortgewaltig auf die gesellschaftlichen, demografischen und ästhetischen Umwälzungen zu sprechen, die sich durch Migration und Digitalisierung ereignen. Diese Phänomene lassen es fraglich erscheinen, ob wir noch mit einem brauchbaren Kunstbegriff arbeiten. Dieser sei schließlich vor allem der Kunst des 19. Jahrhunderts verpflichtet, wo man beispielsweise von der Kunst als Selbstausdruck des Genies und Emanzipation des Individuums ausging. Heute lässt sich ein Kanon nationaler Kultur dagegen nicht mehr abgrenzen und die Menschen hätten nicht mehr nur den Anspruch zu rezipieren, sondern möchten auch partizipieren. Insofern sollte man ein zeitgemäßes Verständnis von Kultur und Kunst erarbeiten. Momentan wird es der Kulturvermittlung überlassen, diese Fragen zu beantworten und die Gräben zu schließen. Man überträgt ihr quasi die Aufgabe das Publikum zu ändern, damit man die Institutionen und ihr Selbstverständnis in Takt lassen kann. Terkessidis dagegen forderte, auch die Institutionen und ihren Anspruch anzupassen. Die Vorschläge, die er hierzu machte, blieben allerdings recht vage: Der Personalbestand der Kultureinrichtungen sollte die Migrationsrealität abbilden, die Räume der Einrichtungen sollten offener gestaltet werden und Barrierefreiheit sollte nicht nur im Rahmen von Behinderungen thematisiert werden, sondern auch im Sinne von Diversität der Gesellschaft und der Lebensstile.</p>
<p>Anschliessend wurde das Publikum in verschiedene Diskussionsrunden aufgeteilt. Hier wäre es wünschenswert gewesen, mit einer klaren Fragestellung in diese Diskussion hinein zugehen; so wurde es mehr zu einer Runde, in der jeder einmal loswerden konnte, was er schon immer zum Thema Kulturvermittlung loswerden wollte. Ich schließe mich da nicht aus. </p>
<p>In der abschließenden Podiumsdiskussion saßen zwei Politiker und eine Kulturschaffende auf der Bühne. Auch wenn die Runde inhaltlich nicht viel neues zu sagen hatte, wurde man doch einmal sehr grundsätzlich, als man auf die Idee von Kulturgutscheinen zur Kulturfinanzierung zu sprechen kam. Damit würde jedem Bürger ein gewisses Guthaben zur Verfügung gestellt, das er gemäß seinen kulturellen Vorlieben ausgeben könnte. Aus dem Publikum kam alsbald der Einwand, dass man das Kulturangebot damit dem Massengeschmack opfern würde und man ja am Fernsehen &#8211; wo nur Schrott laufe &#8211; sehen könne, wo das hinführt. Es war mutig von dem wahlkämpfenden Politiker sich vor einem ausgewiesenen Hochkulturpublikum klar gegen diese dünkelhafte These zu stellen. Das ließ den Verdacht aufkommen, dass die Politik eher bereit ist, im Sinne Terkessidis&#8217; umzudenken, als die Kulturschaffenden selbst. Somit wird es vermutlich bis auf Weiteres die Funktion der Kulturvermittlung bleiben, das Publikum passend zu machen und ansonsten möglichst wenig zu ändern.</p>
<p>Diese Vermutung bestätigte sich zudem durch die völlige Abwesenheit von Social Media an der gesamten Veranstaltung, sowohl inhaltlich als auch in der begleitenden PR. Es gab nicht einmal einen Hash-Tag für Tweets oder Fotos von der Veranstaltung. Auch Social Media wird die Kulturwelt nicht retten. Aber wenn explizit beklagt wird, dass die jungen Leute den klassischen Kulturveranstaltungen fernblieben, dann fragt man sich, warum Kulturschaffende nicht auf die naheliegende Idee kommen, mal »deren« Medien genauer anzuschauen. Und sei es, um im ersten Schritt einfach nur zu erfahren, was die überhaupt interessiert und worüber sie sprechen. Ohne das wird kein Vermittlungsprogramm je funktionieren.</p>
<p>Alles in allem war das Forum eine sehr gelungene, perfekt organisierte Veranstaltung, die inhaltlich wichtige Fragen und spannende Anstöße gab. Das Problem der Kulturvermittler wird jetzt sein, wirksame Antworten für die praktische Arbeit zu finden.</p>
<p>P.S.: Von Birgit Schmidt-Hurtienne gibt es einen interessanten <a href="http://www.kulturwirtschaftswege.de/blog/index.php/forum-kulturvermittlung-bern-wie-kann-der-zugang-zur-kultur-fur-alle-gefordert-werden/">Bericht</a> über das 2. Forum Kulturvermittlung, das vergangenen November in Bern stattgefunden hat und auf dem Ulrike Schmid einen <a href="http://kulturzweinull.eu/index.php/public-relations-sind-nicht-medienarbeit/" title="Vortrag von U. Schmid am 2. Forum Kulturvermittlung">Vortrag</a> gehalten hat.</p>
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		<title>Musikvermittlung: Marketing oder musikalische Bildung?</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Nov 2010 12:34:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der ZEIT gab es kürzlich eine Debatte über Sinn und Unsinn von Musikvermittlung. Dabei ging es um die Frage, ob Musikvermittlung die Anstrengung, die ein komplexes Kunstwerk seinen Rezipienten abverlangt, zu einem «der großen Tabus eines auf allgemeine Erleichterungen gerichteten Angebotsmarkts der Medien, des Kultur- und inzwischen auch des Bildungsbetriebs» mache, wie Holger Noltze [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der ZEIT gab es kürzlich eine Debatte über Sinn und Unsinn von Musikvermittlung. Dabei ging es um die Frage, ob Musikvermittlung die Anstrengung, die ein komplexes Kunstwerk seinen Rezipienten abverlangt, zu einem «der großen Tabus eines auf allgemeine Erleichterungen gerichteten Angebotsmarkts der Medien, des Kultur- und inzwischen auch des Bildungsbetriebs» mache, wie Holger Noltze <a href="http://www.zeit.de/kultur/musik/2010-11/leichtigkeitsluege-musikvermittlung" target="_blank">behauptet</a>. Oder ob Musikvermittlung nicht so etwas wie eine Landkarte sei, die den Zuhörer durch eine Landschaft führe, die immer sowohl unzugängliche als auch bequem erreichbare Ziele enthalte, wie Christoph Becher <a href="http://www.zeit.de/kultur/musik/2010-11/replik-musikvermittlung-becher?page=all" target="_blank">dagegen hält</a>. Noltze würde hier Musikvermittlung und Marketing durcheinanderwerfen.<span id="more-1250"></span></p>
<p>Ich bezweifele, dass sich diese Trennlinie so scharf ziehen lässt, denn was ist das Ziel von Musikvermittlung, als es dem Besucher zu erleichtern, sich komplexe, anstrengende Kunstwerke anzutun? Musikvermittlung, wie sie von Kultureinrichtungen geleistet wird, folgt keinem Bildungsziel, sondern strategischen Zielen der jeweiligen Einrichtung. Wenn die Leute schlauer nach Hause gehen, als sie gekommen sind, ist das schön, aber nicht das oberste Ziel. Dass Musikvermittlung und Marketing Schnittmengen haben, konstatiert auch Becher, aber sie sind vermutlich wesentlich grösser, als er in seinem Artikel den Anschein erwecken möchte. Es ist auch nicht verwerflich, ganz im Gegenteil. Wer viel Steuergelder anvertraut bekommt, der sollte auch zusehen, dass damit etwas Nachhaltiges erreicht wird, das nach Möglichkeit kein Nischenvergnügen für wenige Kenner bleibt. Trotzdem: Ohne eine gewisse Kennerschaft, macht die meiste klassische Kultur keinen Spaß, sondern ist pure Strapaze. Das hat mit ihrer Komplexität zu tun. Noltze fordert deswegen ein Trainingsprogramm in Komplexitätstoleranz. Wohlbemerkt nicht die gern zitierte Komplexitätsreduktion, sondern Komplexitätstoleranz. Und da gebe ich ihm recht, dass Musikvermittlung das nicht leisten kann. Das leistet nur fundierte musikalische Bildung. Die Ergebnisse aus Studien dazu sind recht <a href="http://kulturblog.net/2010/03/21/airbag-fur-die-pferdekutsche-innovation-im-klassischen-konzert/">eindeutig</a>. Komplexitätstoleranz lernt man nicht, indem man die Landkarte studiert, sondern indem man einfach mal gemäss seinen Möglichkeiten loswandert. Der Trainingseffekt stellt sich ein und die Bewunderung für die «Extrembergsteiger» (in diesem Bild also die Hochleistungsmusiker) wächst mit der eigenen Erfahrung. </p>
<p>Trotzdem: Für die Kultureinrichtungen, die einen Kultur- und keinen Bildungsauftrag haben, bleibt die Frage, wie darauf zu reagieren ist, dass die musikalische (oder überhaupt die kulturelle) Bildung vielerorts seit Jahren zu wünschen übrig lässt und eine Besserung nicht in Sicht ist. Es ist allemal besser, wenigstens etwas zu tun anstatt zu jammern und die Zustände zu beklagen. Aber dass musikalische Bildung durch Musikvermittlung aufgefangen werden könnte halte ich für reinen Zweckoptimismus. Insofern sehe ich Musikvermittlung als inhaltsvolles, strategisches Marketing im besten Sinne des Wortes.</p>
<p>P.S.: Mit diesem Beitrag werde ich mich bis auf weiteres vom Bloggen verabschieden. Bereits in den letzten Monaten ist der Takt der Beiträge kontinuierlich zurückgegangen und angesichts (sehr erfreulicher) privater und beruflicher Ereignisse und Aufgaben würde sich diese Entwicklung so weiter fortsetzen. Deswegen mache ich vorerst einen Schnitt. Das Blog wird weiter zugänglich bleiben und meinen <a href="http://twitter.com/culturelab">Twitter-Account</a> werde ich weiterhin bespielen.</p>
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		<title>Die stART10</title>
		<link>http://kulturblog.net/2010/09/15/die-start10/</link>
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		<pubDate>Wed, 15 Sep 2010 18:46:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mittlerweile ist der Start der stART10 auch schon wieder eine Woche her. Die beiden Konferenztage sind in meinen Augen noch schneller vergangen als im Jahr zuvor. Wenn diese Kurzweiligkeit schon im letzten Jahr als Indikator für den Erfolg der Konferenz gedient hat, dann ist das nur konsequent, denn in meinen Augen hat die Konferenz die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mittlerweile ist der Start der <a href="http://startconference.org" target="_blank">stART10</a> auch schon wieder eine Woche her. Die beiden Konferenztage sind in meinen Augen <a href="http://kulturblog.net/2009/09/26/serienreif-die-startconference/">noch schneller</a> vergangen als im Jahr zuvor. Wenn diese Kurzweiligkeit schon im letzten Jahr als Indikator für den Erfolg der Konferenz gedient hat, dann ist das nur konsequent, denn in meinen Augen hat die Konferenz die Messlatte in diesem Jahr organisatorisch ebenso wie inhaltlich noch einmal deutlich höher gehängt.  </p>
<p>Mein persönliches inhaltliches Fazit der Konferenz ist, dass ein Jahr nach der ersten stARTconference viele gute Ideen, Ansätze und einige spannende Projekte vorhanden sind. Wo letztes Jahr noch viel Unsicherheit und eine gewisse Skepsis zu spüren war, ist heute Neugierde und Entdeckergeist zu bemerken. Das ist schön zu sehen und hat sicher wesentlich zu der in meinen Augen sehr inspirierenden Atmosphäre der Konferenz beigetragen. Nichts destotrotz wurde auch immer wieder deutlich, dass es an einer strategischen Herangehensweise mangelt, was oftmals dazu führt, dass Web 2.0-Projekte in Kultureinrichtungen nicht recht vom Fleck kommen oder unter ihren Möglichkeiten bleiben. Hier bietet sich also möglicherweise schon ein erster thematischer Aufhänger für die stART11.</p>
<p>Alle Posts, Fotos, Präsentation, Tweets, Videos usw. von der stART.10 werden übrigens im <a href="http://flavors.me/startconference" target="_blank">Echtzeitarchiv</a> aufgenommen. Dass Kulturleute auf der stART.09 viel gelernt haben im Umgang mit dem Web 2.0 belegt die digitale (Live-)Berichterstattung zur stART.10: Zeitweise erreichte die Konferenz mit dem Hashtag #stART10 Platz 2 der deutschen Twittercharts und ließ sogar #Sarrazin hinter sich.</p>
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		<title>Tagungsband der stART.09 erschienen: Kultur 2.0</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Aug 2010 11:50:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach einem Umweg über meine alte Bremer Adresse hat der Tagungsband der stART.09 jetzt auch zu mir gefunden. Ich bin natürlich ebenso wenig objektiv, wie Christian Henner-Fehr, der bereits vor einigen Tagen über den Band geschrieben hat. Aber auch wenn ich es wäre, würde ich zu dem Urteil kommen: es ist ein wirklich gutes, interessantes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div class="wp-caption alignright" style="width: 360px"><img alt="" src="http://posterous.com/getfile/files.posterous.com/karinjanner/nlwnujkJDdzcjfFiGyvlpnIFCIwjbxEirftuoCoEJkvxiwxwpstqkEaAyAAh/media_httpwwwstartcon_lytGE.jpg.scaled500.jpg" width="350" height="508" /><p class="wp-caption-text">© Karin Janner</p></div> Nach einem Umweg über meine alte Bremer Adresse hat der Tagungsband der stART.09 jetzt auch zu mir gefunden. Ich bin natürlich ebenso wenig objektiv, wie Christian Henner-Fehr, der bereits vor einigen Tagen über den Band <a href="http://kulturmanagement.wordpress.com/2010/08/02/kultur-2-0-der-tagungsband-der-start09/" target="_blank">geschrieben</a> hat. Aber auch wenn ich es wäre, würde ich zu dem Urteil kommen: es ist ein wirklich gutes, interessantes Buch geworden! <img src='http://kulturblog.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  Ein bunter Mix aus eher theoretischen, wissenschaftlichen Aufsätzen, pragmatischen Tipps und Anleitungen zur Nutzung von Social Media und lehrreichen Beispielen aus der Praxis.</p>
<p>Ich habe das Buch noch nicht durch. Aber nach dem ersten Durchstöbern habe ich mich gleich im ersten Teil zum Thema «Theoretische Grundlagen» festgelesen, da ich hier viele originelle, überzeugende Gedanken und Überlegungen zum Thema gefunden habe, die entweder in den zahlreichen Eindrücken der start.09 etwas untergegangen waren oder die ich auf der Konferenz gar nicht en detail mitbekommen habe, weil ich natürlich nur wenige Veranstaltungen besuchen konnte. Außerdem haben mich die Aufsätze in diesem Teil gebannt, da sie einen eher wissenschaftlichen Ansatz verfolgen, der meines Erachtens in der Auseinandersetzung mit Web 2.0 oftmals zu kurz kommt. Hier herrschen oftmals die hemdsärmeligen <a href="http://kulturblog.net/2009/01/30/viel-oder-gut-was-kann-social-media/">«How to&#8230;»-Ansätze</a> vor. Das ist nicht schlecht, aber es handelt sich bei sozialen Medien doch um ein Phänomen, das durchaus Anlass und Stoff für tiefergehendere, kritischerere Betrachtungen gibt. Da es das noch viel zu wenig gibt, ist der Band in meinen Augen trotz des verspäteten Erscheinungstermins noch hoch aktuell.  </p>
<p>Das Buch ist bei <a href="http://www.amazon.de/Kultur-2-0-Web-Strategien-Kulturmanagement-Zeitalter/dp/3837613526/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1265523253&amp;sr=8-1">Amazon</a> erhältlich oder direkt beim <a href="http://transcript-verlag.de/ts1352/ts1352.php" target="_blank">transcript-Verlag</a>.</p>
<p>Gerade ist auch die Rezension zum Band im <a href="http://www.kulturmanagement.net/downloads/magazin/km1008.pdf" target="_blank">KM Network Monatsmagazin</a> (S. 41-42) erschienen. Hier wird aus objektiverer Warte ein ebenfalls durchwegs positives Fazit gezogen. </p>
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		<title>Zwei Hinweise betreffend die stARTconference</title>
		<link>http://kulturblog.net/2010/06/23/zwei-hinweise-betreffend-die-startconference/</link>
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		<pubDate>Wed, 23 Jun 2010 18:28:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor wenigen Tagen ist die erste Programm-Version erschienen. Vorerst zwar in einer vorläufigen Version, aber um die 90% der Referenten und Veranstaltungen stehen bereits fest, einige weitere Veranstaltungen werden noch dazu kommen und werden gerade abschließend definiert. Wie im vergangenen Jahr sind es wieder ca. 50 verschiedene Referenten, die auf der Konferenz sprechen werden. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor wenigen Tagen ist die erste <a href="http://www.startconference.org/wp-content/uploads/2010/06/start10_programm_vers20100619.pdf" target="_blank">Programm-Version</a> erschienen. Vorerst zwar in einer vorläufigen Version, aber um die 90% der Referenten und Veranstaltungen stehen bereits fest, einige weitere Veranstaltungen werden noch dazu kommen und werden gerade abschließend definiert. Wie im vergangenen Jahr sind es wieder ca. 50 verschiedene Referenten, die auf der Konferenz sprechen werden. Die Schwerpunkte sind «Geschäftsmodelle» und «mobiles Web».</p>
<p>Außerdem ist gerade das eBook mit den Artikeln der 21 sehr lesenswerten Beiträge zur Blogparade erschienen, die die <a href="http://www.startconference.org/" target="_blank">stARTconference</a> gemeinsam mit dem <a href="http://kulturmanagement.net/" target="_blank">Kulturmanagement Network</a> veranstaltet hat. Besonderer Dank und Anerkennung gebührt <a href="http://kulturmarketingblog.de/" target="_blank">Karin Janner</a>, die das Projekt koordiniert hat, und <a href="http://www.beesha.de/" target="_blank">Birigt Schmidt-Hurtienne</a>, die die Beiträge lektoriert und das eBook gelayoutet hat.</p>
<p><a title="View Geschäftsmodelle im Web 2.0 - Blogparade stARTconference + Kulturmanagement Network on Scribd" href="http://www.scribd.com/doc/32987136/Geschaftsmodelle-im-Web-2-0-Blogparade-stARTconference-Kulturmanagement-Network">Geschäftsmodelle im Web 2.0 &#8211; Blogparade stARTconference + Kulturmanagement Network</a> 				 		 		 		 		 		 	</p>
<p>(Das eBook gibt es natürlich auch im <a href="http://www.scribd.com/doc/32987136/Geschaftsmodelle-im-Web-2-0-Blogparade-stARTconference-Kulturmanagement-Network" target="_blank">PDF</a>.)</p>
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		<title>Museen wie Parkhäuser: Freier Eintritt, kostenpflichtiger Austritt</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jun 2010 19:17:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Frage nach innovativen Geschäftsmodellen für den Kulturbereich beschäftigt nicht nur die die diesjährige stARTconference, sondern auch den Schweizer Ökonomen Bruno S. Frey. In den klassischen Kultureinrichtungen spielen bei der Preisbildung kulturpolitische, inhaltliche Erwägungen eine große Rolle, weniger formale Prinzipien wie die Preisregulierung durch Angebot und Nachfrage. Nicht selten wird die Kunst diesen Prinzipien sogar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Frage nach innovativen Geschäftsmodellen für den Kulturbereich beschäftigt nicht nur die die diesjährige <a href="http://startconference.org" target="_blank">stARTconference, sondern auch den Schweizer Ökonomen <a href="http://www.bsfrey.ch/" target="_blank">Bruno S. Frey</a>. In den klassischen Kultureinrichtungen spielen bei der Preisbildung kulturpolitische, inhaltliche Erwägungen eine große Rolle, weniger formale Prinzipien wie die Preisregulierung durch Angebot und Nachfrage. Nicht selten wird die Kunst diesen Prinzipien sogar bewusst entzogen, schließlich sei sie nicht in gleicher Weise marktgängig zu machen wie ein Staubsauger oder ein Haarschnitt. </p>
<p>Vielleicht aber wie ein Parkhaus? Der Schweizer Ökonom Bruno Frey schlägt in seinem Aufsatz <a href="http://www.iew.uzh.ch/wp/iewwp485.pdf" target="_blank">Pay as you go</a> vor, die Zahlmodalitäten in Museen nach dem Vorbild von Parkhäusern zu gestalten: Beim Eintritt erhält man ein Ticket, beim Verlassen des Museums zahlt man entsprechend der Zeit, die man im Museum verbracht hat. Wer viel Kunst &#8220;konsumiert&#8221;, zahlt viel, wer wenig konsumiert, zahlt gar nichts (z.B. für die erste halbe Stunde) oder wenig. Der Preis rationiert auf diese Weise das knappe Gut Kunst. Wer die Ausstellung nicht interessant findet, verlässt das Museum schnell wieder und macht Platz für andere, die es hoffentlich mehr interessiert. Und dem Nutzer kommt dieses Preisbildungs-Modell zugute, indem er nur zahlt, wenn und solange es ihm gefällt. Bei Kunst weiß man das in aller Regel erst hinterher. Insofern vielleicht gar keine blöde Idee?!</p>
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		<title>Museen wie Parkhäuser: Freier Eintritt, kostenpflichtiger Austritt</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jun 2010 17:29:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Frage nach innovativen Geschäftsmodellen für den Kulturbereich beschäftigt nicht nur die die diesjährige stARTconference, sondern auch den Schweizer Ökonomen Bruno S. Frey. In den klassischen Kultureinrichtungen spielen bei der Preisbildung kulturpolitische, inhaltliche Erwägungen eine große Rolle, weniger formale Prinzipien wie die Preisregulierung durch Angebot und Nachfrage. Nicht selten wird die Kunst diesen Prinzipien sogar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Frage nach innovativen Geschäftsmodellen für den Kulturbereich beschäftigt nicht nur die die diesjährige <a href="http://startconference.org" target="_blank">stARTconference, sondern auch den Schweizer Ökonomen <a href="http://www.bsfrey.ch/" target="_blank">Bruno S. Frey</a>. In den klassischen Kultureinrichtungen spielen bei der Preisbildung kulturpolitische, inhaltliche Erwägungen eine große Rolle, weniger formale Prinzipien wie die Preisregulierung durch Angebot und Nachfrage. Nicht selten wird die Kunst diesen Prinzipien sogar bewusst entzogen, schließlich sei sie nicht in gleicher Weise marktgängig zu machen wie ein Staubsauger oder ein Haarschnitt. </p>
<p>Vielleicht aber wie ein Parkhaus? Der Schweizer Ökonom Bruno Frey schlägt in seinem Aufsatz <a href="http://www.iew.uzh.ch/wp/iewwp485.pdf" target="_blank">Pay as you go</a> vor, die Zahlmodalitäten in Museen nach dem Vorbild von Parkhäusern zu gestalten: Beim Eintritt erhält man ein Ticket, beim Verlassen des Museums zahlt man entsprechend der Zeit, die man im Museum verbracht hat. Wer viel Kunst &#8220;konsumiert&#8221;, zahlt viel, wer wenig konsumiert, zahlt gar nichts (z.B. für die erste halbe Stunde) oder wenig. Der Preis rationiert auf diese Weise das knappe Gut Kunst. Wer die Ausstellung nicht interessant findet, verlässt das Museum schnell wieder und macht Platz für andere, die es hoffentlich mehr interessiert. Und dem Nutzer kommt dieses Preisbildungs-Modell zugute, indem er nur zahlt, wenn und solange es ihm gefällt. Bei Kunst weiß man das in aller Regel erst hinterher. Insofern vielleicht gar keine blöde Idee?!</p>
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		<title>Blogparade stARTconference: Allianzen für Kulturcommunities</title>
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		<pubDate>Mon, 10 May 2010 15:24:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kulturarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturmarketing]]></category>
		<category><![CDATA[Allianz]]></category>
		<category><![CDATA[Digital Concert Hall]]></category>
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		<description><![CDATA[«Geschäftsmodelle im Web 2.0» und Kultureinrichtungen – dieser Zusammenhang mag zunächst etwas abwegig erscheinen – schließlich beschäftigen sich, zumindest die öffentlich finanzierten, Kultureinrichtungen auch im «echten Leben» nicht unbedingt mit Geschäftsmodellen für ihre Arbeit. (Simon Frank geht in seinem Beitrag zur startconference-Blogparade auf diesen Graben genauer ein.) Teilweise herrscht sogar die Haltung vor, dass Kultur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>«Geschäftsmodelle im Web 2.0» und Kultureinrichtungen – dieser Zusammenhang mag zunächst etwas abwegig erscheinen – schließlich beschäftigen sich, zumindest die öffentlich finanzierten, Kultureinrichtungen auch im «echten Leben» nicht unbedingt mit Geschäftsmodellen für ihre Arbeit. (Simon Frank geht in seinem <a href="http://kunstistauchkaktus20.wordpress.com/2010/05/07/ueber-raubvogel-hegel-und-das-geschaeftsmodell-2-0/">Beitrag</a> zur <a href="http://www.startconference.org/2010/04/05/blogparade-sonderheft-kulturmanagement-network-startconference-geschaftsmodelle-im-web-20/">startconference-Blogparade</a> auf diesen Graben genauer ein.) Teilweise herrscht sogar die Haltung vor, dass Kultur ein Anrecht auf Alimentierung hat, schließlich sei sie «kein Luxus, sondern Notwendigkeit» (ehem. EU-Kulturkommissar Ján Figel’). Dennoch: in Zeiten knapper werdender öffentlicher Kassen ist es für Kultureinrichtungen strategisch angebracht, auch über alternative Finanzierungsformen (wie eben tragfähige Geschäftsmodelle) zumindest einmal nachzudenken. Weil das Web 2.0 hier interessante, neue Möglichkeiten bietet, ist es sinnvoll, diese einmal in Bezug auf ihre Anwendbarkeit im Kulturbereich abzuklopfen. </p>
<p>Zu den neuen Geschäftssystemen, die das Internet und insbesondere das Web 2.0 hervorgebracht haben, gehören z.B.:</p>
<ul>
<li>Crowdsourcing, d.h. die Auslagerung von Tätigkeiten an Amateure oder Fans. Beispiel aus dem Kulturbereich ist die <a href="
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=INFDycyjdjc">http://www.youtube.com/watch?v=INFDycyjdjc</a></p>
<p> target=&#8221;_blank&#8221;>Verfilmung</a> von Paolo Coelhos «Hexe von Portobello» durch seine Fans. (Genaue <a href="http://www.socialnetworkstrategien.de/2008/06/paulo-coelho-zeigt-wie-man-in-socialnetworks-agiert/" target="_blank">Projektbeschreibung</a> im Blog «socialnetworkstrategien».)</li>
<li>Crowdfunding, eine Unterform des Crowdsourcing, bei der es um das Sammeln kleiner Geldbeträge in sozialen Netzwerken im Internet geht. Ein Beispiel aus dem  Kulturbereich ist <a href="http://www.sellaband.com" target="_blank">sellaband</a>.</li>
<li>«Long Tail» meint die Möglichkeit, auch kleine Absatzmengen und Nischenprodukte über einen durch das Internet geografisch skalierten Markt profitabel zu vertreiben. Ein Beispiel aus dem Kulturbereich ist die Band Element of Crime, die Konzertmitschnitte ihrer aktuellen Tournee <a href="http://kulturmarketing.wordpress.com/2010/02/08/konzertmitschnitte-schnell-und-einfach-verkaufen/" target="_blank">über iTunes bzw. Tunecore</a> verkauft, insbesondere an die, die live beim Konzert dabei waren und eine akustische Erinnerung haben möchten.</li>
<li>Finanzierung durch individualisierte, kontextabhängige Werbung à la Google. Wirklich ausgefeilte Modelle sind mir im Kulturbereich nicht bekannt. Am nächsten an dieses Modell heran kommt der Musikerstellenmarkt <a href="http://www.vioworld.de">vioworld.de</a>, wenngleich die Werbung hier nicht automatisiert geschaltet wird. </li>
<li>Freemium-Modelle, bei denen Basisdienste zum Zwecke der Marktdurchdringung kostenlos, weitere Dienste zu Profitzwecken jedoch kostenpflichtig angeboten werden. Nach diesem Prinzip funktioniert das <a href="http://www.kulturmanagement.net" target="_blank">Kulturmanagement Network</a> mit einem kostenlosen redaktionellen Angebot und einem kostenpflichtigen Stellenmarkt.</li>
</ul>
<p>Typischerweise leben diese Geschäftsmodelle von geografisch groß abgesteckten Märkten. Der einzelne Zahlungs- oder Rechnungsbetrag ist meist klein, dem entsprechend hoch müssen die Absatzzahlen sein, bevor nennenswerte Umsätze zustande kommen. Viele Kultureinrichtungen sind jedoch lokal oder regional verankert und haben für diese geografisch begrenzte Öffentlichkeit eine wichtige Bedeutung, aber kaum darüber hinaus. Diese Öffentlichkeit bzw. den Markt geografisch zu erweitern ist zwar dank des Internets theoretisch kein Problem mehr, aber dennoch muss man davon ausgehen, dass es trotzdem bestenfalls eine Option für kulturelle «Big Player» wie die Berliner Philharmoniker ist. Deren Konzertmitschnitte lassen sich über die <a href="http://dch.berliner-philharmoniker.de/" target="_blank">Digital Concert Hall</a> nicht nur regional, sondern weltweit vermarkten. Aber selbst dieses Vertriebsmodell ist bislang auf die großzügige Unterstützung der Deutschen Bank angewiesen und trägt sich noch nicht von allein. Umso weniger kommt – zumindest derzeit – ein solches Modell für andere deutsche Kulturorchester in Frage.</p>
<p>Eine einfache Anwendung der klassischen Web 2.0-Geschäftsmodelle scheint also für traditionelle Kultureinrichtungen zumindest momentan nicht sehr aussichtsreich. Eine Chance könnte aber in Allianzen mit anderen Kultureinrichtungen aus der Region liegen. Solche Ansätze sind schon verschiedentlich vorhanden. Zum Beispiel pflegen die <a href="http://www.berlin-buehnen.de/" target="_blank">Berliner Bühnen</a> eben so wie die <a href="http://www.nrw-buehnen.de/spielplan/index.php" target="_blank">nordrheinwestfälischen</a> je einen gemeinsamen Terminkalender. Das bietet Mehrwert für den Theaterbesucher, der auf einen Blick das aktuelle, gesamte Angebot findet, ebenso wie für die Einrichtung, die ihre Termine nur noch über eine Datenbank verwalten muss. Dieses Modell ist ausbaufähig. Die partizipativen Medien bieten Möglichkeiten, auch inhaltlich solche gemeinsamen Auftritte und eine regionale Kultur-Community über die Grenzen einzelner Einrichtungen und Sparten hinweg aufzubauen. Die Kultureinrichtungen schöpfen aus einem großen Fundus an interessanten Menschen und Geschichten, die redaktionell attraktiv sind. Weiterhin können Ticketservices und Tourismusanbieter von so einem Portal profitieren und es ihrerseits mit eigenen Angeboten weiter aufwerten. Das klassische Marketing- und Markendenken wird durch ein solches Portal herausgefordert, denn hier steht nicht die Einrichtung im Vordergrund, sondern die künstlerischen Inhalte. Aber gerade um die geht es ja. So gesehen, bietet das Web 2.0 die Möglichkeit, den kulturellen Auftrag durch Vernetzung mit Besuchern und Partnern breit und umfassend abzustützen. Und zwar in einer Weise, die auch ökonomisch in absehbarer Zeit interessant werden dürfte.</p>
<p>Dies ist ein Beitrag zur <a href="http://www.startconference.org/2010/04/05/blogparade-sonderheft-kulturmanagement-network-startconference-geschaftsmodelle-im-web-20/">Blogparade der startconference</a>. Auf der verlinkten Seite finden sich  weitere Informationen dazu, wie so eine Blogparade funktioniert.</p>
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		<title>stART10: Run auf Tickets</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Apr 2010 18:59:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kulturarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Konferenz]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[stART.10]]></category>
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		<description><![CDATA[Gestern startete der Ticketverkauf zur stART10. Die ersten 100 Tickets gibt es zu einem Überraschungspaket-Preis von 100 EUR. Rund die Hälfte der Tickets ist allerdings schon weg! Wer noch von diesem Preis profitieren möchte, sollte sich also beeilen. Aber auch ein Ticket zum Early-Bird-Tarif (290 EUR) lohnt auf jeden Fall die Investition. Für Studierende und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://kulturblog.net/wp-content/uploads/2010/02/banner_150x150_1logo.jpg" align="left" hspace="5" vspace="5">Gestern startete der Ticketverkauf zur <a href="http://startconference.org">stART10</a>. Die ersten 100 Tickets gibt es zu einem Überraschungspaket-Preis von 100 EUR. Rund die Hälfte der Tickets ist allerdings schon weg! Wer noch von diesem Preis profitieren möchte, sollte sich also beeilen. Aber auch ein Ticket zum Early-Bird-Tarif (290 EUR) lohnt auf jeden Fall die Investition. Für Studierende und Personen, die zwei oder mehr Karten kaufen, gibt es nochmal einen Rabatt von 20%. Am Programm wird derzeit noch gebastelt, erste Informationen werden aber in Kürze auf der Konferenz-Website bekannt gegeben.</p>
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		<title>Airbag für die Pferdekutsche: Innovation im klassischen Konzert</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Mar 2010 19:01:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Oper]]></category>
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		<category><![CDATA[Klassikpublikum]]></category>
		<category><![CDATA[Konzertwesen]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturvermittlung]]></category>

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		<description><![CDATA[Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht übersteigen – allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren. Diese Äußerung von Gottlieb Daimler bringt ein elementares Problem von Innovationen auf den Punkt: Wir wissen nicht, was wir nicht wissen und wo unsere blinden Flicken sind. Daimlers Einschätzung ist aus heutiger Sicht vor allem amüsant. Kurios [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht übersteigen – allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren.</p></blockquote>
<p>Diese Äußerung von Gottlieb Daimler bringt ein elementares Problem von Innovationen auf den Punkt: Wir wissen nicht, was wir nicht wissen und wo unsere blinden Flicken sind. </p>
<p>Daimlers Einschätzung ist aus heutiger Sicht vor allem amüsant. Kurios dagegen ist es, wenn man Innovation auch aus der Rückschau nicht erkennt. So scheint es mir der Fall bei <a href="http://idw-online.de/pages/de/news357835" target="_blank">einer These</a> zu sein, die gerade für Aufsehen sorgt: Das Klassikpublikum stirbt nach aktuellen Hochrechnungen aus, das traditionelle Konzert müsse sich darum erneuern, um sich zu erhalten. Es sei allerdings nicht die klassische Musik, die nicht mehr interessiere, sondern die Darbietungsform, die veraltet und nicht mehr zeitgemäß sei und viele Leute daher von der klassischen Musik fern halte. Das heutige Konzertwesen sei praktisch unverändert das Konzertwesen, dass sich zwischen 1880 und 1910 herausgebildet habe. </p>
<p>Man muss ein ziemlich enges Blickfeld haben, um zu übersehen, dass die kreative Schumpetersche Zerstörung im Bereich des Konzertwesens schon längst für radikale Innovationen gesorgt hat: Zum einen sind Konzerte durch moderne Technik und Logistik skalierbar geworden und damit marktfähig geblieben. Sie finden heute nicht mehr nur in Konzertsälen statt, sondern auch in Mehrzweckhallen und Sportarenen. Das sind zwar meistens keine klassischen Konzerte, aber auch. Man denke etwa an die Drei Tenöre, Carmina Burana oder Beethovens Neunte mit dem Philharmonischen Orchester Bratislava in der städtischen Mehrzweckhalle oder dem Aida-Spektakel in der Color-Line-Arena etc. Es gibt ein breites Angebot an Veranstaltungen mit klassischer Musik, die jenseits des bürgerlichen Konzertsaals oder Opernhauses aufgeführt wird. Wer Angst vor dem Konzertsaal hat, aber unbedingt klassische Musik hören möchte, der hat heute zahlreiche Möglichkeiten, das live zu tun. Das in diesem Rahmen aber keinen aufsehenerregenden Interpretationen entstehen, hat seine Gründe: die Darbietungsform wird dem Inhalt nicht vollständig gerecht.</p>
<p>Darüber hinaus haben die Tonträger haben das Wohnzimmer zum  Konzertsaal gemacht und so die Form des Konzerts innoviert. Würde die These stimmen, dass es einfach die seit zig Jahren unveränderte Form des Konzerts ist, die viele von klassischer Musik abschreckt, dann dürfte der Tonträger-Markt im Klassikbereich boomen. Das tut er aber nicht. Er tat es parallel mit dem Konzertwesen. Weil Plattenfirmen aber nicht öffentlich finanziert werden, mussten sie sich drauf einstellen und haben weitgehend die Vermarktungsmechanismen der Pop-Musik übernommen. Eine Geschäftsmodellinnovation.</p>
<p>Man sieht daran, ebenso wie an der Einführung von elektronischen Instrumenten oder Stadionkonzerten im 20. Jahrhundert: Die Form bzw. die Umstände wirken immer auf den Inhalt zurück. Das Werk ist nicht eine absolute, künstlerische Idee, das in beliebigen sozialen, historischen, technischen oder kulturellen Kontexten bestehen könnte, sondern immer spezifischer Ausdruck solcher Kontexte. Deswegen ist das klassische Konzertwesen heute zwangsläufig museal: es basiert weitgehend auf Repertoire, das 100 Jahre oder älter ist und verweist damit auf ein soziotechnokulturelles Umfeld, das Geschichte ist. Aber museal ist hierbei im besten Sinne zu verstehen: Das Museum neutralisiert den Umstand, dass wir die alten Kunstwerke nicht mehr in ihrem spezifischen Kontext wahrnehmen können und macht uns genau dies deutlich. </p>
<p>Auch die Form des bürgerlichen Konzerts ist mitsamt ihren Inhalten, d.h. insbesondere den romantischen Tondichtungen und Sinfonien, museal in diesem Sinne und sie kann es auch nur sein, weil man heute andere Formen und dementsprechend Inhalte hat, sich musikalisch auszudrücken. Die Frage kann daher nicht sein, wie man die den sinfonischen Werken gemäße Darbietungsform ändert, sondern ob man das «bürgerliche Konzert» als ausreichend wichtiges kulturelles Erbe erachtet, es weiterhin zu fördern und zum kulturellen Kanon zu rechnen.</p>
<p>Wenn man sich mit den empirischen Befunden beschäftigt, warum kein junges Klassikpublikum nachwächst, dann findet man ebenfalls deutlich bestätigt, dass es nicht die veraltete Darbietungsform ist, die die zeitlosen Inhalten verleidet. Eine Studie der Uni St. Gallen zeigt, dass die musikalische Sozialisation und Bildung der entscheidende Faktor ist. Eine Zusammenfassung dieser Studie und ihrer Schlussfolgerungen findet man in „Das Orchester“, <a href="http://www.dasorchester.de/de_DE/journal/issues/showarticle,9580.html?newsCategoryId=" target="_blank">Ausgabe 9/2005</a>. Die kurz gefasste Erkenntnis dort: Wer selbst ein klassisches Instrument lernt und als Kind aktiv (klassische Musik) musiziert, wird mit großer Wahrscheinlichkeit sein Leben lang einen positiven Bezug zur klassischen Musik behalten, zumindest als Fan, vielleicht auch als aktiver (Amateur-)Musiker. Die zu Recht Aufsehen erregenden Musik- bzw. Kulturvermittlungsangebote setzen deswegen genau bei diesem Punkt an: <a href="http://www.jedemkind.de/" target="_blank">Jedem Kind ein Instrument</a>, <a href="http://www.art-tv.ch/rhythmisit.html">Rhythm Is It</a>, <a href="http://jungetonhalle.de/jugend_sinfonie_orchester.php">Jungend-Sinfonie-Orchester der Tonhalle Düsseldorf</a> etc. Alles andere mag eine nette Ergänzung und im Einzelfall durchaus angebracht sein, aber es wird wahrscheinlich nichts Grundlegendes bewirken. Eine Pferdekutsche kann auch nicht auf dem allgemeinen Auto-Markt konkurrieren, sobald man ihr einen Airbag einbaut. Ebenso wenig wird man junge Leute nachhaltig für klassische Musik begeistern, indem man in der Eingangshalle Techno spielt, wie der Intendant der Elbphilharmonie <a href="http://www.music-education-2010.de/de/aktuelles/Beilage-NMZ_25-11-09.pdf">vorschlägt</a> &#8211; offenbar in Unkenntnis, dass Techno heute auch schon ein «musealer» Musikstil des letzten Jahrtausends ist.</p>
<p>Die Krise der Kunst ist nicht eine Krise ihrer Darbietungsform sondern ihrer gesellschaftlichen Relevanz. Aber auch die funktioniert nicht nach unbestechlichen Naturgesetzen.</p>
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