Martenstein hadert mit der Kunst

Beim Aufräumen fiel mir eine alte Martenstein-Kolumne von Anfang 2007 in die Hand, in der er anlässlich des Skandals um Neuenfels Idomeneo-Inszenierung an der Deutschen Oper Berlin mit moderner Kunst hadert. Lesenswert und witzig wie immer.

Inhaltlich passt die Kolumne auch zu meinem vorletzten Eintrag, indem es um die Frage ging, was Kunst und Ökonomie voneinander lernen können. Während in der Wirtschaft Innovation und Fortschrittlichkeit durch das Kriterium der Nützlichkeit aussortiert werden, ist das in der Kunst nicht möglich. Dadurch wird Innovation (oder was als solche erscheint) häufig schon als Wert an sich gesehen. Dazu Martenstein:

Ein neuer Kunststil dagegen beruft sich oft lediglich auf die Tatsache, anders zu sein, und das ist genauso ein Schwachsinn, als ob man die Geranien mit der Blüte nach unten einpflanzt und dies zum Fortschritt im Gartenbau erklärt.

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Nicht mehr lange umsonst?

Mit den kostenlosen Museumseintritten könnte es schnell wieder vorbei sein, wenn der Kunstraub weiter floriert. Von irgendwas müssen schließlich die Versicherungsprämien bezahlt werden, die ordentlich steigen dürften, wenn die Versicherungen vermehrt für den Rückkauf der Bilder von den Kidnappern aufkommen müssen. ;-)

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Alles umsonst

Vor kurzem habe ich in einem Kommentar im Kulturmanagement-Blog noch behauptet, die Eintrittspreise in deutschen Museen seien kaum ein Grund, der einen vom Besuch abhält. Normalpreise liegen in deutschen Museen mit etwa zwischen 3 und 8 Euro nicht sonderlich hoch, ein Museum das mehr verlangt muss schon ganz schön was zu bieten haben. Außerdem gibt es großzügige Ermäßigungen für allerlei Personengruppen vom Kleinkind bis zum Senioren, des Weiteren Flatrates (Jahreskarten) oder »Happy Fridays« o.ä., wo der Eintritt nichts kostet.

In der Zeit gibt es allerdings einen Artikel, der diese These zu widerlegen scheint. Museen in London und Stockholm konnten enorme Besucherzuwächse verzeichnen, als sie die Eintrittspreise abschafften. Allerdings fehlt in dem Bericht die Information, wie hoch die Eintrittspreise vormals waren. Nichtsdestotrotz gefällt mir die Forderung des Artikels, konsequent auf öffentliche Finanzierung zu setzen, ohne Sponsoring on top, was ja ohnehin nur ein schöneres Wort für öffentlich subventionierte Werbung ist. ;-)

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Jeder Mensch ist Kunst

Heute ist nicht nur jeder Mensch ein Künstler, sondern auch Kunst. Auf der Seite barcodeart.com kann man sich selbst zum Kunstwerk barcodieren lassen. Das bin ich:

BarcodeArt
Einkaufspreis $6,23, sofern ich die etwas kryptische Auswertung richtig verstanden habe. Ernüchternd.

Überhaupt: lässt sich das Symbol für ökonomische Verwertbarkeit schlechthin wirklich zu Kunst transzendieren? Da haben vielleicht nicht nur Verschwörungstheoretiker ihre Bedenken.

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