10.7.08 um 20:56h | CH | In Literatur, Theater | 1 Kommentar
Bei ihren Promoauftritten für Feuchtgebiete
war Charlotte Roche immer ein Garant für gute Unterhaltung. Das lag zum einen an ihr selbst und zum anderen natürlich auch am Thema. Auf youtube gibts u.a. ihre charmanten Auftritte bei der N3-Talkshow und bei Kerner, der hörbar Mühe mit dem Thema hat, zu sehen.
Von darstellenden Umsetzungen ihres Buches wollte Roche zunächst nichts wissen. Das Neue Theater Halle hat aber offenbar lange genug gebettelt und stellt sich jetzt der letzten Herausforderung des Regietheaters, wie es die Süddeutsche formuliert, indem es eine Bühnenfassung des Bestsellers herausbringt. So gering die Rutschgefahr in kommerzieller Hinsicht sein dürfte, so groß ist sie vermutlich in künstlerischer. Deswegen schon mal ein herzliches toi, toi, toi!
Stichwörter: Charlotte Roche, Feuchtgebiete, Regietheater
12.5.08 um 19:45h | CH | In Literatur, Theater | 2 Kommentare
Ob das so eine tolle Idee ist? Das Theater Heilbronn zeigt Wagners Ring als Schauspiel in einer Textfassung von Almut Fischer und K.D.Schmidt. Das ist insofern keine schlechte Idee, als Wagner als Dichter überhaupt nicht ernst genommen wird. Erst Dieter Borchmeyer fing an, mit diesem Vorurteil aufzuräumen, als er sein Buch »Das Theater Wagners« mit der erstaunlichen Erkenntnis eröffnete:
Es läßt sich nicht bezweifeln: das Werk Wagners ist der wirkungsmächtigste Beitrag des deutschen 19. Jahrhunderts zur Weltliteratur.
Borchmeyer ist aber Literaturwissenschaftler. Dass sich ausgerechnet Theaterleute als Fürsprecher für die Qualität der Wagnerschen Dichtkunst profilieren wollen, strapaziert meine Vorstellungskraft erheblich. Aber wer weiß? Wenn es schon Wagners Ring ohne Worte
gibt, warum soll es dann nicht auch Wagners Ring ohne Musik geben?
Stichwörter: Borchmeyer, Theater Heilbronn, Wagner
20.4.08 um 12:02h | MP | In Literatur | Keine Kommentare
Die Vorfreude auf die olympischen Sommerspiele in Peking halten sich wohl momentan auf allen Seiten in Grenzen. Alle Hoffnungen die diese Spiele hervorgerufen haben, China mehr in Richtung Demokratie und weg vom unerbittlichen Polizeistaat und Unterdrücker zu bewegen, scheinen sich in Wohlgefallen aufzulösen.
Erinnerungen an die Zeiten der Kulturrevolution werden wieder wach. Vielleicht hat man sich von dem rasanten Aufstieg zur Wirtschaftsmacht doch blenden lassen und die “Fortschritte” missinterpretiert, die sich sehr einseitig auf die Wirtschaft, nicht aber auf die Menschenrechte auswirken. Den ganzen Beitrag lesen »
Stichwörter: China, Porträts, Vougioukas
8.4.08 um 17:44h | CH | In Literatur | 2 Kommentare
Wenn Bob Dylan den Pulitzer-Preis bekommt, dann ist es eigentlich das Mindeste, dass Max Goldt den Kleist-Preis erhält. Und während die FAZ sich fragt, ob es eigentlich einen komischen Beigeschmack hat, wenn ein Rowohlt-Autor dem anderen einen Preis zuschanzt, frage ich mich, ob es nicht mindestens so merkwürdig ist, dass ein so junger Autor wie Daniel Kehlmann über Preise für literarische Institutionen befindet.
Stichwörter: Kehlmann, Kleist-Preis, Max Goldt