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	<title>kulturblog.net &#187; Theater</title>
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	<description>Das Leben ist gut, soweit es der Kunst standhält. - Robert Musil</description>
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		<title>Hochkultur als Leitkultur?</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 17:10:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der aktuellen Ausgabe des KM Magazins ist nicht nur ein von mir verfasster Rückblick auf das Symposium Kultur digital – ich weiß, ich wiederhole mich – sondern auch ein Rückblick auf die Jahrestagung des Fachverbands Kulturmanagement von Dirk Heinze (S.52ff.). Auf der Jahrestagung wurde offenbar u.a. die Frage diskutiert, ob Hochkultur denn noch Leitkultur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der <a href="http://www.kulturmanagement.net/frontend/media/Magazin/km1202.pdf" title="KM Magazin Februar 2012">aktuellen Ausgabe</a> des KM Magazins ist nicht nur ein von mir verfasster Rückblick auf das Symposium <em>Kultur digital</em> – ich weiß, ich <a href="http://kulturblog.net/2012/02/02/jeder-mensch-ist-ein-kunstwerk/">wiederhole</a> mich – sondern auch ein Rückblick auf die Jahrestagung des <a href="http://www.fachverband-kulturmanagement.de/">Fachverbands Kulturmanagement</a> von Dirk Heinze (S.52ff.). Auf der Jahrestagung wurde offenbar u.a. die Frage diskutiert, ob Hochkultur denn noch Leitkultur sei und nur wenn ja, könne ja eine öffentliche Finanzierung gerechtfertigt werden. Die Frage, was Leitkultur denn eigentlich ist, scheint mir dabei eigentlich viel schwieriger zu beantworten zu sein, als die, ob Hochkultur denn Leitkultur ist.<br />
Spontan verstehe ich unter Leitkultur Kultur, die etwas Charakteristisches über unsere Zeit, Gesellschaft, Werte, Komplexe, Obsessionen etc. mit den ästhetischen Mitteln unserer Zeit sagen kann. Hochkultur – das habe ich hier schon mehrfach <a href="http://kulturblog.net/2010/03/21/airbag-fur-die-pferdekutsche-innovation-im-klassischen-konzert/" title="Airbag für die Pferdekutsche">beschrieben</a> – benutzt aber zumeist museale Technologien und Medien (Theater, Orchester, Leinwand etc.), deren ästhetische Grenzen gründlich ausgelotet, um nicht zu sagen ausgereizt, sind. Sie kann deswegen gar keine zeitgemäße oder gar zukunftsorientierte Ästhetik vertreten. <span id="more-1420"></span>Ich verstehe deswegen auch gar nicht, was daran provokant sein soll, wenn Bruno Seger laut Heinzes Bericht sagt, dass Theater Museen sind. <a href="http://kulturblog.net/2008/11/29/warum-das-theater/">Natürlich sind sie das.</a> Allerdings kann man da auch durch interessante Programmierung, orignelle Bearbeitungen (Romeo und Julia mit Happy End? – Naja&#8230;) und «heutige» Inszenierungen nichts dran ändern. Der ganze Apparat mit all seinen Strukturen, mit seiner ganzen inhärenten Ästhetik ist durch und durch 18./19. Jahrhundert. Die wirklich «heutigen» Geschichten – also die, die ästhetisch innovativ und relevant sind – werden mittlerweile in 3D und THX erzählt oder von HBO oder NBC produziert und vertrieben. Die Begründung, dass es öffentlich finanziertes Theater brauche, weil im Fernsehen nur Schrott käme, die ein Teilnehmer auf dem <a href="http://kulturblog.net/2012/01/23/3-forum-kulturvermittlung-in-basel/" title="3. Forum Kulturvermittlung in Basel">3. Forum Kulturvermittlung</a> äußerte, dreht sich ins Gegenteil: Im Theater kommt aufgrund von Zeitdruck und knappen Ressourcen immer mehr Inszenierungs-Routine zustande, während das Fernsehen auch ein <a href="http://www.faz.net/frankfurter-allgemeine-zeitung/amerikanisches-fernsehen-serien-als-stresstest-11636816.html">anspruchsvolles Erzählmedium</a> ist und bei weitem nicht nur seichten Mainstream, sondern auch experimentelle Formate und anspruchsvolle Inhalte hervorbringt. Wie soll das Theater gegen die Budgets der großen Sender konkurrieren? Und wie soll es eine kulturelle Strahlkraft gegen die Reichweiten der Sender entfalten können? Ein Staatstheater mit irgendetwas zwischen 800 und 2.000 Plätzen konnte früher in kleinen König- oder Fürstentümern kulturelles Agendasetting leisten. Heute wäre dieser Anspruch selbst durch die bedeutendsten Häuser nicht mehr einzulösen, weil das Kino und Fernsehen nicht nur Tausende, sondern Millionen rund um die Welt erreicht. Mich beschleicht daher die Vermutung, dass der Anspruch, dass Hochkultur auch Leitkultur sein sollte, wenn überhaupt, nur noch in abgehobenen kulturtheoretischen Debatten zu halten ist.<br />
Allerdings würde ich nicht den Schluss ziehen wollen, dass damit der Anspruch der Hochkultur auf öffentliche Finanzierung verfällt, denn diese ganzen Überlegungen bedeuten ja nicht, dass Hochkultur keinen Wert mehr hätte oder dass sie nichts mehr zu sagen hätte. Aber es ist ein musealer Wert. Sie zeigt, welchen Blick Künstler früherer Generationen auf die großen Menschheitsthemen Liebe, Verrat, Untreue, Glaube etc. hatten. Und auch wenn Beethovens Musik heute nicht mehr «unerhört» ist, dann ist sie damit ja nicht schlechter als vor 200 Jahren. Bei bildender Kunst ist dieser zeitlose Wert unstrittig. Bei Musik teilweise und im Theater fast durchwegs gibt es allerdings das komische Bestreben, das Zeitlose aufs Heutige zu verkürzen, zum Beispiel – um das Beispiel aus Heinzes Bericht noch einmal aufzugreifen – indem Romeo und Julia von der Tragödie zur Soap umgeschrieben wird. Das kann man machen, gerade wenn es gut ankommt und so etwas wurde auch schon immer gemacht. Nur dürfte ein Kunstwerk durch solche Bearbeitungen kaum je besser werden &#8211; in diesem Fall können wir ja abwarten, ob sich diese Bearbeitung allgemein durchsetzt.  Trotzdem, die europäische Hochkultur als reichhaltiges, einzigartiges kulturelles Erbe sollte uns auch weiterhin etwas Wert sein – weil man immer noch viel von und an ihr lernen kann. Aber jede Bemühung, die alte Kultur zu einer zu machen, die auf der Höhe unserer Zeit ist, halte ich für letztlich hoffnungslos. Im Museum dagegen hat die Hochkultur einen ehrenwerten Platz, an dem sie sein kann, was sie ist und keinen unerfüllbaren Ansprüchen ausgesetzt ist.</p>
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		<title>«Episch verseucht» &#8211; Die Theaterspielpläne der kommenden Saison</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 15:13:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schon häufiger habe ich darüber geschrieben, dass Theater heute zwangsläufig «museal» seien, auch wenn es in der Szene kaum einen schlimmeren Makel als ebendieses Etikett zu geben scheint. FAZ-Theaterkritiker Gerhard Stadelmeier macht&#8217;s jetzt fest an den Schauspiel-Spielplänen der nächsten Saison, die nach seiner Ansicht zu einem großen Teil «episch verseucht» seien, will sagen an einzelnen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schon <a href="http://kulturblog.net/2010/03/21/airbag-fur-die-pferdekutsche-innovation-im-klassischen-konzert/">häufiger</a> habe ich darüber geschrieben, dass Theater heute zwangsläufig «museal» seien, auch wenn es in der Szene kaum einen schlimmeren Makel als ebendieses Etikett zu geben scheint. FAZ-Theaterkritiker Gerhard Stadelmeier <a href="http://www.faz.net/s/Rub4D7EDEFA6BB3438E85981C05ED63D788/Doc~EA567980D9C4243EBAAAB91F15B776D47~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">macht&#8217;s jetzt fest</a> an den Schauspiel-Spielplänen der nächsten Saison, die nach seiner Ansicht zu einem großen Teil «episch verseucht» seien, will sagen an einzelnen Häusern bis zu 90% aus für die Bühne zurecht gezimmerten Romanen und Erzählungen bestehen. Stadelmaier sieht darin vor allem die «Angst vor dem Drama». Das ist vermutlich leider richtig. In meinen Augen zeigt sich daran aber auch eine unglaubliche Ideen- und Hilflosigkeit, einerseits mit dem bewährten Repertoire noch etwas anzufangen, andererseits etwas Gegenwärtiges zu kreieren, das relevant ist. Im Musiktheater ist das sogar noch schlimmer als im Schauspiel, weil das Repertoire noch «überalterter» ist und die zeitgenössischen Werke noch viel weniger als im Schauspiel in der Lage sind, eine gewisse Breitenwirkung zu entfalten. Dramatisch mehr oder weniger geeignete Vorlagen lassen sich für die Oper zudem nicht so leicht adaptieren &#8211; es braucht auch noch die Musik. Und so bestätigt sich einmal mehr die mangelnde Innovationskraft und damit die Musealität des Theaterbetriebs, die keiner wahr haben will, die aber – hätte man den Mut, sich ihr zu stellen – mehr Chancen als Risiken bieten würde.</p>
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		<title>Dramentheorie reloaded: Steve Jobs Produktinszenierungen</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 21:31:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Welche Bedeutung kulturelle Kompetenz heute für ökonomischen Erfolg hat, zeigt der amerikanische Journalist Carmine Gallo, der sich mit Steve Jobs Präsentationskunst beschäftigt und darüber ein ganzes Buch verfasst hat. Er zeigt, dass die Produktvorstellungen von Apple nicht einfach Produktvorstellungen sind, bei denen die neuen Features der Geräte vorgestellt werden, sondern genau einstudierte Inszenierungen, denen die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Welche Bedeutung kulturelle Kompetenz heute für ökonomischen Erfolg hat, zeigt der amerikanische Journalist Carmine Gallo, der sich mit Steve Jobs Präsentationskunst beschäftigt und darüber ein ganzes <a href="http://www.amazon.de/Presentation-Secrets-Steve-Jobs-Insanely/dp/0071636080/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books-intl-de&amp;qid=1263677257&amp;sr=8-1" target="_blank">Buch</a> verfasst hat. Er zeigt, dass die Produktvorstellungen von Apple nicht einfach Produktvorstellungen sind, bei denen die neuen Features der Geräte vorgestellt werden, sondern genau einstudierte Inszenierungen, denen die Fans ebenso entgegenfiebern, wie andere Leute der Eröffnung der Salzburger Festspiele oder der neuen Robert Wilson-Inszenierung. Gallo spielt auf das theatrale Gespür von Jobs an, wenn er seine Analyse in verschiedene Akte unterteilt und die dramaturgischen Funktionen von Jobs Präsentationsmitteln beschreibt.</p>
<p><img style="width:0px;height:0px" border="0" width="0" height="0" src="http://counters.gigya.com/wildfire/IMP/CXNID=2000002.0NXC/bT*xJmx*PTEyNjM2NjE5Mjc*NjgmcHQ9MTI2MzY2MTkzNDI*NCZwPTEwMTkxJmQ9c3NfZW1iZWQmZz*yJm89OTU4NDhmODBhMmQ*NDU2ZDk3MDdiN2MwNWFlOTE*OTYmb2Y9MA==.gif" />
<div style="width:425px;text-align:left"><a href="http://www.slideshare.net/cvgallo/the-presentation-secrets-of-steve-jobs-2609477" title="The Presentation Secrets of Steve Jobs">The Presentation Secrets of Steve Jobs</a>
<div style="font-size:11px;font-family:tahoma,arial;height:26px;padding-top:2px">View more <a href="http://www.slideshare.net/">presentations</a> from <a href="http://www.slideshare.net/cvgallo">Carmine  Gallo</a>.</div>
</div>
<p>Wenn man den hochtrabenden Vergleich nicht scheut, dann ist das fast so etwas wie die Dramentheorie der szenografischen Ökonomie. Allerdings: Während sich die klassische Tragödie über fünf Akte erstreckt — mit den Stationen Exposition, erregendes Moment, Peripetie (Höhepunkt), retardierendes Moment und Katastrophe — kann es nicht verwundern, dass Theorie guter Produktinszenierung nur drei Akte kennt. <img src='http://kulturblog.net/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Via <a href="http://lumma.de/2010/01/04/prasentieren-wie-steve-jobs/" target="_blank">Lummaland</a>.</p>
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		<title>Brecht als Vordenker eines kapitalistischen Heilsversprechens</title>
		<link>http://kulturblog.net/2009/11/13/brechts-als-vordenker-eines-kapitalistischen-heilsversprechens/</link>
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		<pubDate>Fri, 13 Nov 2009 21:35:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
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		<category><![CDATA[Podcasting]]></category>
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		<description><![CDATA[Jede Erfindung braucht einen Mutigen der sie vordenkt. Beim Podcasting scheint das Bertolt Brecht gewesen zu sein. Ende der 1920er Jahre schrieb er: Der Rundfunk wäre der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, das heißt, er wäre es, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jede Erfindung braucht einen Mutigen der sie vordenkt. Beim Podcasting scheint das Bertolt Brecht gewesen zu sein. Ende der 1920er Jahre schrieb er:</p>
<blockquote><p>Der Rundfunk wäre der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, das heißt, er wäre es, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn auch in Beziehung zu setzen. Der Rundfunk müsste demnach aus dem Lieferantentum herausgehen und den Hörer als Lieferanten organisieren. </p></blockquote>
<p>Dank der Vergesellschaftung der Medien, die mit deren Digitalisierung möglich geworden ist, machen die Medien heute auch denjenigen sprechen, der vormals die passive Hörerrolle einnahm.  Jeder Hörer ist damit zum potenziellen Lieferanten geworden. Interessant ist dabei auch, dass Brecht nicht nur technische Vorstellungen beschrieb, die heute durch das Podcasting weitgehend erfüllt werden, sondern dass er dabei auch an die positiven kulturellen und gesellschaftlichen Veränderungen dachte, die heute dem partizipativen Web zugeschrieben werden: Das neue Medium gibt jedem Einzelnen eine Stimme, ermöglicht eine neue Kultur der Meinungsfreiheit, stärkt die Demokratisierung und neue Formen gesellschaftlicher Zusammenarbeit und ist geeignet, alte hierarchische oder gar totalitäre (Kommunikations-)Strukturen zu untergraben. Brecht dachte damit vor dem Hintergrund seiner sozialistischen Überzeugungen eine Entwicklung voraus, die heute als «<a href="http://kulturblog.net/2009/10/30/internet-als-neues-heilsversprechen-des-kapitalismus/">Heilsversprechen des Kapitalismus</a>» Realität geworden ist. Das ist nicht ohne Ironie.</p>
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		<title>Staatsballett Berlin: «Audience Development» mit Videocast</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Oct 2009 18:44:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Audience Development]]></category>
		<category><![CDATA[Staatsballett Berlin]]></category>
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		<description><![CDATA[Auf den ersten Blick macht der Videocast des Staatsballetts Berlin nicht wahnsinnig viel her. Wackelige, verwaschene Bilder, keine Moderation, selten mal ein Interview, meistens einfach ein paar amateurhafte Eindrücke aus der Arbeit des Ensembles. Die Machart entspricht nicht den technischen und redaktionellen Standards der PR-Clips der Bayreuther Festspiele. Der Grund ist, dass die Clips in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf den ersten Blick macht der <a href="http://www.youtube.com/user/BalletFanBerlin">Videocast des Staatsballetts Berlin</a> nicht wahnsinnig viel her. Wackelige, verwaschene Bilder, keine Moderation, selten mal ein Interview, meistens einfach ein paar amateurhafte Eindrücke aus der Arbeit des Ensembles. Die Machart entspricht nicht den technischen und redaktionellen Standards der <a href="http://kulturblog.net/2009/07/31/bayreuther-festspiele-tv-best-practice-viii/">PR-Clips der Bayreuther Festspiele</a>. Der Grund ist, dass die Clips in Zusammenarbeit mit Schülern und Schulklassen entstanden sind, die die Compagnie über Tage oder Monate mit der Kamera begleitet und Filme über deren Arbeit erstellt haben. Auch wenn die Videos nicht als PR-Clip taugen, werden hier die neuen kommunikativen Möglichkeiten der sozialen Medien durch die Einbeziehung derjenigen, die man mit seinem Kulturangebot erreichen möchte, viel weitgehender und kreativer genutzt als beim Bayreuther Beispiel. Hier bleibt man nicht dabei, die Logik des Fernsehens in das Web 2.0 zu tragen, sondern wagt darüber hinaus, ein gewisses Maß an Kontrolle über die eigene Außendarstellung aufzugeben. Diejenigen, die man als Zuschauer von morgen gewinnen will, werden so zu aktiven Partnern und Botschaftern, die die Clips in ihre Netzwerke tragen. Jede Wette, dass das so genannte «Audience Development» auf diese Weise nachhaltiger gelingt, als wenn man jungen Leuten kurze PR-Clips präsentiert, wie Viva sie doch einfach besser hinbekommt.</p>
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		<title>Theater-Lobbyismus auf Leben und Tod</title>
		<link>http://kulturblog.net/2009/10/06/theater-lobbyismus-auf-leben-und-tod/</link>
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		<pubDate>Tue, 06 Oct 2009 11:43:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Hungerstreik]]></category>
		<category><![CDATA[Lobbyismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Dass Theater-Lobbyismus nicht eine Angelegenheit der wohldosierten Worte und einer fein austarierten Balance zwischen Jammern und Selbstlob sein muss, zeigt der französische Theaterdirektor Richard Martin. Nachdem die staatlichen Zuschüsse für sein Theater Toursky gestrichen wurden, wählte er die denkbar theatralste Form des Lobbyismus: Er machte den Einsatz für sein Theater zu einer Sache auf Leben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass <a href="http://kulturblog.net/2009/10/04/das-dilemma-der-theater-lobbyisten/">Theater-Lobbyismus</a> nicht eine Angelegenheit der wohldosierten Worte und einer fein austarierten Balance zwischen Jammern und Selbstlob sein muss, zeigt der französische Theaterdirektor Richard Martin. Nachdem die staatlichen Zuschüsse für sein <a href="http://www.toursky.org/" target="_blank">Theater Toursky</a> gestrichen wurden, wählte er die denkbar theatralste Form des Lobbyismus: Er machte den Einsatz für sein Theater zu einer Sache auf Leben und Tod, indem er am Samstag in den <a href="http://bazonline.ch/kultur/theater/Subvention-gestrichen-Theaterdirektor-im-Hungerstreik/story/10333105" target="_blank">Hungerstreik</a> trat und proklamierte, dass «unsere Kultur und Freiheit» in Gefahr sei. Damit steht zumindest fest, dass er etwas von Theatermachen versteht und staatliche Zuschüsse somit weiterhin verdient hätte. </p>
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		<title>Das Dilemma der Theater-Lobbyisten</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Oct 2009 06:50:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kulturarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
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		<category><![CDATA[Bühnenverein]]></category>
		<category><![CDATA[Lobbyismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Die deutschen Theater und Orchester konnten ihre Eigennahmen in der Saison 2007/08 um 1,1 Prozentpunkte steigern. Für den Deutschen Bühnenverein ein gutes Zeichen, Direktor Rolf Bolwin meint: Hier wird deutlich, dass die Theater und Orchester auf die ökonomische Krise mit der Steigerung ihrer eigenen Wirtschaftskraft reagiert haben. Das sieht man auch an der Zahl der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die deutschen Theater und Orchester konnten ihre Eigennahmen in der Saison 2007/08 um <a href="http://www.theaterkanal.de/theater/institutionen/deutscher_buehnenverein/theaterstatistik-20072008-steigerung-der-eigeneinnahmen" target="_blank">1,1 Prozentpunkte steigern</a>. Für den Deutschen Bühnenverein ein gutes Zeichen, Direktor Rolf Bolwin meint: </p>
<blockquote><p>Hier wird deutlich, dass die Theater und Orchester auf die ökonomische Krise mit der Steigerung ihrer eigenen Wirtschaftskraft reagiert haben. Das sieht man auch an der Zahl der Veranstaltungen, die ebenfalls von 63.600 auf 64.700 angestiegen sind.</p></blockquote>
<p>Mit solch einer Interpretation dieser Zahlen läuft er allerdings Gefahr, den Bühnenverein mittel- und langfristig in ein Lobbyistendilemma bringen. Denn natürlich muss er die Erfolge der deutschen Theater und Orchester darstellen. Aber wenn die Theater Jahr für Jahr nicht nur künstlerisch zulegen, sondern auch ihre Effizienz und ihren ökonomischen Erfolg steigern, dann drängt sich doch die Frage auf, ob sich die öffentliche Hand nicht in ihrem Engagement zurücknehmen kann. Die Argumente liefert der Bühnenverein sogar frei Haus. Deswegen schiebt Bolwin auch gleich hinterher, dass es jetzt darum ginge, diese Erfolge und erfreulichen Zahlen nicht durch Kürzungen der öffentlichen Finanzierungsbeiträge zu gefährden. Aber welches Gewicht hat so eine Aussage angesichts der Belastungen und Schulden, die durch die Wirtschaftskrise für die öffentliche Hand entstanden sind und noch entstehen werden? Das Eis, das der Bühnenverein hier betritt, scheint mir sehr dünn zu sein.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>La Bohème im Multichannel-Livestream</title>
		<link>http://kulturblog.net/2009/09/30/la-boheme-im-multichannel-livestream/</link>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 15:48:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Vor einiger Zeit habe ich über das Konzert der Philharmoniker Hamburg berichtet, wo das Orchester über halb Hamburg verteilt war und, über Kameras koordiniert, Brahms Zweite spielte. Das Ganze konnte man sich online entweder registerweise oder in der Zusammenschau anhören und -sehen. Wo der künstlerische Mehrwert lag, hat sich mir nicht erschlossen. Gestern Abend hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einiger Zeit habe ich über das <a href="http://kulturblog.net/2009/01/31/hassen-sie-brahms-oder-was/">Konzert der Philharmoniker Hamburg</a> berichtet, wo das Orchester über halb Hamburg verteilt war und, über Kameras koordiniert, Brahms Zweite spielte. Das Ganze konnte man sich online entweder registerweise oder in der Zusammenschau anhören und -sehen. Wo der künstlerische Mehrwert lag, hat sich mir nicht erschlossen. </p>
<p>Gestern Abend hat das Berner Symphonieorchester zusammen mit arte.tv ein <a href="http://www.arte.tv/de/Kultur-entdecken/La-Boheme-im-Hochhaus/2790002.html" target="_blank">ähnlich konzipiertes Projekt</a> mit La Bohème durchgeführt. «Bühne» war eine Wohnung im Berner Gäbelbachquartier sowie das Westside-Einkaufszentrum und umliegende Straßen; der «Orchestergraben» war ebenfalls in der Westside. Das alles wurde dann fürs Fernsehen zusammengeschnitten und auf arte gesendet. Bei der Fernsehübertragung einer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/La_Boh%C3%A8me">Opernhandlung</a> mit verschiedenen Schauplätzen schien mir dieser Ansatz weitaus schlüssiger als bei einer Sinfonie, denn auch wenn live gesendet wurde, fehlte der unmittelbare Live-Aspekt in dem Sinne, dass die Zuschauer am Ort der Aufführung anwesend sind. Da spielt es dann, wie bei einer CD-Produktion, auch keine Rolle, ob es sich um Flickwerk handelt. Dass man zusätzlich die Möglichkeiten des Internets nutzt, um dort mit einem Multi-Livestream das Ereignis aus verschiedenen Blickwinkeln zu präsentieren, ist dann ebenfalls nachvollziehbar und von der praktisch-technischen Seite her durchaus sehr interessant. (Im Netz gibt es sieben Kameraperspektiven von den unterschiedlichen Orten des Geschehens.) </p>
<p>Eine normale Opernaufführung ist bereits ein hochkomplexes Ereignis. In diesem Fall war die Aufführung noch einmal sehr viel komplexer durch den immensen technischen Aufwand, die Schwierigkeit für die Sänger nur mit einem Knopf im Ohr zu einem Orchester zu singen, dass etliche hundert Meter entfernt sitzt, die Schwierigkeit für den Dirigenten ohne Blickkontakt alles beieinander zu halten etc. Das live zu senden zeugt von Mut und der wurde belohnt, denn es hat erstaunlich gut funktioniert. </p>
<p>Wenn man allerdings solch einen ultra-realistischen Rahmen für eine Handlung wählt, dann springt eben jede inszenatorische Unstimmigkeit besonders ins Auge. Zur ersten Szene schrieb z.B. jemand Im Live-Chat: </p>
<blockquote><p>die haben aber eine schöne wohnung, dafür dass sie so arm sind <img src='http://kulturblog.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  warum machen sie nicht die zentralheizung an anstatt papier zu verbrennen?</p></blockquote>
<p>Auch im sozialen Wohnungsbau friert man heute eben nicht mehr. Ebenso wenn die am Weihnachtsabend spielende erste Szene dann in den Spätsommer-Garten wechselt, lässt sich das viel weniger übersehen, als auf einer Bühne, die die Realität eben doch erkennbar nur nachbaut. Zudem ist das Opernspiel und der Operngesang derart artifiziell, dass es in so einem authentischen Setting sehr befremdlich bleibt. Wie auch immer: So ein Event schafft Aufmerksamkeit für eine Kunstform, die es schwer hat. Das ist ein erster Schritt. Bleibt die Frage, wie nachhaltig das so erzeugte Interesse an Oper ist.</p>
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		<title>Neuer Studiengang in Theatermanagement</title>
		<link>http://kulturblog.net/2009/08/12/neuer-studiengang-in-theatermanagement/</link>
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		<pubDate>Wed, 12 Aug 2009 17:37:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kulturarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[München]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Theatermanagement]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor einiger Zeit habe ich bemängelt, dass Strategiearbeit in den mittlerweile sehr zahlreichen Kulturmanagement-Ausbildungen keine Rolle spielt. (Eine Ausnahme macht die FH Merseburg.) Neuerdings gibt es einen Lehrgang Theater- und Musikmanagement an der LMU &#8211; wieder ohne Strategie. Man spricht zwar von «innovativen Konzepten» und «zukunftsorientierten Lösungsansätzen» und zeigt sich selbst sehr innovativ mit einem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einiger Zeit habe ich <a href="http://kulturblog.net/2009/03/04/ohne-strategie-kulturmanagement-studiengange/">bemängelt</a>, dass Strategiearbeit in den mittlerweile sehr zahlreichen Kulturmanagement-Ausbildungen keine Rolle spielt. (Eine Ausnahme macht die <a href="http://www.hs-merseburg.de/index.php?id=2042" target="_blank">FH Merseburg</a>.) Neuerdings gibt es einen Lehrgang <a href="http://www.theatermanagement.theaterwissenschaft.uni-muenchen.de/index.html" target="_blank">Theater- und Musikmanagement</a> an der LMU &#8211; wieder ohne Strategie. Man spricht zwar von «innovativen Konzepten» und «zukunftsorientierten Lösungsansätzen» und zeigt sich selbst sehr innovativ mit einem Blendid-Learning-Ansatz, d.h. einer integrierten Form aus Präsenzveranstaltungen und E-Learning. Die Dozenten sind hochkarätig, wenngleich sie alle in den Dunstkreis des Münchner Kulturklüngels zu gehören scheinen. Aber gut, von den Funktionären des Münchner Kulturlebens kann man sicher viel lernen. Unter den deutschen Städten hat nur Berlin noch mehr Kultur zu bieten. Trotzdem: die Strategiearbeit bleibt wieder auf der Strecke. Aber wer mit dem Gedanken spielt, sich dort zu bewerben, kann ja mal an folgender, strategisch relevanter, Fragestellung üben: Kann sich die Investion der Studiengebühren und Aufenthaltskosten in München je rentieren, angesichts der niedrigen Löhnen, die einem am Theater winken? <img src='http://kulturblog.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Kehlmann füllt das Sommerloch im Feuilleton</title>
		<link>http://kulturblog.net/2009/08/08/kehlmann-fullt-das-sommerloch-im-feuilleton/</link>
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		<pubDate>Sat, 08 Aug 2009 19:06:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Holst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Kehlmann]]></category>
		<category><![CDATA[Regietheater]]></category>
		<category><![CDATA[Salzburger Festspiele]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit seiner Festrede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele hat Daniel Kehlmann einen erbosten Aufschrei der deutschen Feuilletonisten provoziert. Eine gute Zusammenfassung der Reaktionen gibt es bei nachtkritik.de. Viele sprechen für sich; besonders witzig zu lesen fand ich Joachim Lottmanns «Schützenhilfe». Wenn man die Rede liest, scheint es, dass trotz laufender Festivalsaison auch im Feuilleton das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit seiner <a href="http://www.kurier.at/kultur/1925770.php" target="_blank">Festrede</a> zur Eröffnung der Salzburger Festspiele hat Daniel Kehlmann einen erbosten Aufschrei der deutschen Feuilletonisten provoziert. Eine gute Zusammenfassung der Reaktionen gibt es bei <a href="http://www.nachtkritik.de/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=3095&amp;Itemid=62" target="_blank">nachtkritik.de</a>. Viele sprechen für sich; besonders witzig zu lesen fand ich Joachim Lottmanns <a href="http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=me&amp;dig=2009/08/01/a0203&amp;cHash=7d6c0e939e" target="_blank">«Schützenhilfe»</a>.</p>
<p>Wenn man die Rede liest, scheint es, dass trotz laufender Festivalsaison auch im Feuilleton das Sommerloch herrscht und dem «Regietheater», trotz aller unbestreitbaren Anstrengungen, mittlerweile die Kraft für genügend Aufreger und Gesprächsstoff ausgegangen ist. </p>
<p>Dabei plädiert Kehlmann – sehr diplomatisch eigentlich – nur für mehr ästhetische Offenheit und weniger Ideologie auf der Bühne. Er sagt:</p>
<blockquote><p>Eher ist es möglich, unwidersprochen den reinsten Wahnwitz zu behaupten, eher darf man Jörg Haider einen großen Mann oder George W. Bush intelligent nennen, als leise und nüchtern auszusprechen, dass die historisch akkurate Inszenierung eines Theaterstücks einfach nur eine ästhetische Entscheidung ist, nicht besser und nicht schlechter als die Verfremdung, auf keinen Fall aber ein per se reaktionäres Unterfangen.</p></blockquote>
<p>Wie richtig diese Erkenntnis ist, zeigt ein Blick auf die kurzen Videos im <a href="
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=Gd0FNpiBDyA">http://www.youtube.com/watch?v=Gd0FNpiBDyA</a></p>
<p> target=&#8221;_blank&#8221;>Youtube-Channel</a> des Covent Garden Opera House, auf den ich kürzlich im <a href="http://kulturmanagement.wordpress.com/2009/08/05/royal-opera-house-tradition-und-social-media/" target="_blank">Kulturmanagementblog</a> aufmerksam geworden bin: pralles, ideenreiches, lebendiges, dünkelfreies Theater.</p>
<p>Des weiteren meint Kehlmann, dass die relvante ästhetische Auseinandersetzung mit heutigen Fragen und Themen trotz allem Bemühen um «Heutigkeit» kaum noch im Theater stattfindet (Liest er etwa dieses <a href="http://kulturblog.net/2008/11/29/warum-das-theater/">Blog</a>? <img src='http://kulturblog.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  ):</p>
<blockquote><p>Und unterdessen bleibt der Großteil der interessierten Menschen, die einstmals Publikum gewesen wären, daheim, liest Romane, geht ins Kino, kauft DVD-Boxen mit den intelligentesten amerikanischen Serien und nimmt Theater nur noch als fernen Lärm wahr, (&#8230;) ohne Relevanz für Leben, Gesellschaft und Gegenwart.</p></blockquote>
<p>Ein Theaterkritiker muss gegen diese Feststellung allein schon aus ganz existenziellem Interesse anschreiben. Sie zu widerlegen wäre dabei eine rein empirische Angelegenheit, aber so lange sich  keiner ihrer annimmt, wird der Ideologieverdacht des Theaters nicht aus der Welt zu schaffen sein. Also: Welches war die letzte Theater-Inszenierung, die eine bemerkenswerte gesamtgesellschaftliche Relevanz entfalten konnte? Mein Tipp: Eine solche Analyse wird den Verdacht nur erhärten.</p>
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